Wirkung von Protonenpumpenhemmern auf das Mikrobiom30. März 2017 © Alex – fotolia.com In einer kürzlich in der Zeitschrift „Gut“ publizierten Arbeit beschreiben Wissenschaftler um Erstautorin Dr. Claire J. Steves vom King´s College London einen signifikanten Einfluss von Protonenpumpenhemmern (PPI) auf das Darm-Mikrobiom. Sie warnen daher vor einem übermäßigen Einsatz von PPI und meinen, dass die Mechanismen, die diesem Effekt zugrunde liegen, sowie deren klinische Folgen weiter untersucht werden sollten. Bislang sei man davon ausgegangenen, dass PPI ein relativ geringes Risiko bergen, weshalb sie weithin Verwendung finden – manchmal zu viel, wie die Studienautoren den Anlass ihrer Untersuchung beschreiben. In jüngerer Vergangenheit veröffentlichte Studien hätten gezeigt, dass es bei der Anwendung von PPI ein erhöhtes Risiko für enterische und andere Infektionen gebe. In kleinen Studien seien außerdem mögliche Zusammenhänge zwischen PPI und dem Darm-Mikrobiom ins Spiel gebracht worden. Die Wissenschaftler untersuchten die Verbindung zwischen der Einnahme von PPI und dem Mikrobiom mithilfe einer Amplifizierung der 16S ribosomalen RNS aus Stuhlproben von 1827 gesunden Zwillingen. Die Forscher fanden bei PPI-Anwendern signifikant weniger Kommensalen und eine geringere mikrobielle Vielfalt sowie einen damit in Zusammenhang stehenden Anstieg der Menge von Kommensalen im oberen Verdauungstrakt und im Mundraum. Insbesondere wurde eine signifikante Zunahme von Streptococcaceae beobachtet. Diese Zusammenhänge konnten in einer unabhängigen interventionellen Studie repliziert werden sowie in einer gepaarten Analyse mit 70 monozygoten Zwillingspaaren, in denen ein Zwilling PPI einnahm und der andere nicht. Autoren: Jackson MA et al. Korrespondenz: Dr. Claire J Steves, Department of Twin Research & Genetic Epidemiology, King‘s College London, St Thomas’ Hospital Campus, Westminster Bridge Road, London SE1 7EH, Großbritannien Studie: Proton pump inhibitors alter the composition of the gut microbiota Quelle: Gut 2016;65(5):749–756. Web: www.gut.bmj.com
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