Wo ist der Baumschläfer? Helfen Sie bei der Suche!5. Mai 2023 Baumschläfer. Foto © Lubomir Hlasek Er schläft viel, lebt zurückgezogen vor allem im Bergwald: der Baumschläfer. Seit über zehn Jahren wurde der streng geschützte und extrem seltene Bilch in Bayern nicht mehr gesichtet. Bei der Suche nach dem kleinen Kletterkünstler mit den Knopfaugen brauchen die Wissenschaftler Unterstützung! Einen Baumschläfer zu beobachten, ist nicht so einfach. Die kleinen, seltenen Bergwaldbewohner verstecken sich am Tag meist in Baumhöhlen, Nistkästen, in Nischen von Holzschuppen oder in dichten Sträuchern. Der kleine Bilch mit den großen Augen, der typischen Gesichtsmaske und dem langen buschigen Schwanz hält sich bevorzugt in kühlfeuchten Bergwäldern auf und benötigt neben einer krautigen Bodenvegetation auch Sträucher und die Nähe von Gewässern (z.B. Bachläufe). Demzufolge lohnt es sich vor allem im bayerischen Alpenraum, die Augen offen zu halten. Baumschläfer sind an die Jahreszeiten sehr gut angepasste Allesfresser und ernähren sich u. a. von Insekten, Beeren, Samen und Vogeleiern. Mit einem ausgedehnten Winterschlaf von Oktober bis April macht er dem Namen „Schläfer“ alle Ehre. Beste Jahreszeit, um Baumschläfer zu sichten Aktuell ist also die beste Zeit, diesen ganz besonderen Bilch direkt nach dieser langen Winterruhe zu Gesicht zu bekommen. Das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) und die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) wollen mit Unterstützung der Öffentlichkeit in einem gemeinsamen „citizen-science-Projekt“ nun Antworten auf wichtige Fragen zum Schutz des Baumschläfers finden. „Besonders interessiert uns, wo sich der Baumschläfer in Bayern aktuell aufhält und wie weit er bei uns verbreitet ist“, so Andreas Geisler Mitarbeiter der Abteilung Biodiversität und Naturschutz an der LWF. Hierzulande wurde zum letzten Mal im Jahr 2010 ein Baumschläfer beobachtet. Aber aufgepasst! Denn es besteht Verwechslungsgefahr mit seinen drei nahen Verwandten, der noch kleineren Haselmaus, dem Gartenschläfer und vor allem mit dem deutlich häufigeren Siebenschläfer. Deshalb hat die LWF ergänzende Hinweise und Informationen sowie bebilderte Beispiele zur Unterscheidung in einem neuen Faltblatt zum Baumschläfer zusammengestellt – siehe: www.lwf.bayern.de/fb_baumschlaefer . QR-Code vereinfacht die Meldung – Foto muss beigelegt werden Hier ist auch ein QR-Code zu finden, der die Meldung von Sichtungen vereinfacht. Gemeldet werden kann auch direkt und bequem unter www.baumschlaefer.de. Wichtig ist, dass Sie Ihrer Sichtung ein Foto beigelegen. Nur so können die am Projekt beteiligten Forscher die Hinwiese beurteilen und Rückmeldung geben, ob wirklich ein Baumschläfer entdeckt wurde. In Deutschland kommt der Baumschläfer ausschließlich in Bayern vor und wird hier in der Roten Liste gefährdeter Tierarten als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft. Als Anhang IV Art der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) ist er nicht nur streng geschützt, sondern gleichzeitig von gemeinschaftlichem Interesse. Die LWF teil sich mit dem LfU den Schutz der FFH-Anhang-Arten in Bayern und ist dabei für das Monitoring der sogenannten „FFH-Waldarten“ zuständig. Beide Behörden erstellen dazu den bayerischen Beitrag zum Erhaltungszustand dieser Arten für den nationalen FFH-Bericht, der alle sechs Jahre an die Europäische Union übermittelt wird. Seit 2019 hat das LfU gezielt mit Wildkameras nach dem Baumschläfer gesucht. Bislang hat sich keines der scheuen Tiere gezeigt. Nun zählen wir, die LWF und das LfU, auf ihre tatkräftige Unterstützung!
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