Woher kommen Wolkenfiguren und Gesichter im Milchschaum?5. März 2025 „Nebenprodukt der Optimierung unseres Gehirns“: Menschen entdecken immer wieder Gesichter in unbelebten Objekten – wie hier in dem Schaum auf dem Kaffee. (Quelle: JLU / Lisa Dittrich) Die Wolke sieht aus wie Zwerg mit Bart und aus dem Milchschaum des Kaffees lacht uns ein fröhliches Gesicht an: Forschende der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ergründen mithilfe Künstlicher Intelligenz mögliche Ursachen für bekannte Sinnestäuschung. Im Alltag sehen wir überall Gesichter – auch da, wo eigentlich keine sind, im Schaum unseres morgendlichen Kaffees beispielsweise, auf Baumstämmen oder in den Wolken. Warum wir Menschen die Fähigkeit besitzen, in den unterschiedlichsten Objekten Augen, Münder und teils auch Nasen zu erkennen, ist bislang nicht geklärt. Forschende der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) vermuten, dass diese Sinnestäuschung, die sogenannte Gesichtspareidolie, darauf beruht, dass unser Gehirn zweierlei Fähigkeiten zur gleichen Zeit perfektioniert hat: nämlich einerseits Gesichter zu erkennen und andererseits Objekte zu klassifizieren. Die beiden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der JLU haben Reaktionen auf bestimmte Sinnesreize im Gehirn von Versuchspersonen mit neuronalen Netzwerken verglichen, die sie mithilfe Künstlicher Intelligenz entwickelt hatten. Nur eines dieser computergesteuerten Netzwerke reagierte ähnlich wie ein menschliches Gehirn auf vermeintliche Gesichtsmerkmale in unbelebten Objekten – nämlich dasjenige, das zuvor gleichzeitig darin geschult wurde, Gesichter zu identifizieren und Objekte in verallgemeinerbare Kategorien einzuordnen. „Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass diese Sinnestäuschung auch beim Menschen darauf zurückzuführen ist, dass unser Gehirn zeitgleich gelernt hat, Gesichter zu erkennen und Objekte zu kategorisieren“, erklärt Katharina Dobs, Professorin für Angewandte Informatik mit dem Schwerpunkt Kognitive Systeme. „Wenn wir also in unserem Kaffeeschaum oder in den Wolken ein Gesicht sehen, ist das keine zufällige Kuriosität, sondern ein systematisches Nebenprodukt der Optimierung unseres Gehirns.“ Die Studie leistet laut der Letztautorin nicht nur einen Beitrag dazu, die möglichen Ursachen der Gesichtspareidolie zu ergründen – die Forschenden wollen damit auch auf das Potenzial künstlicher neuronaler Netzwerke aufmerksam machen, um andere komplexe Phänomene rund um das menschliche Sehen zu erforschen.
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