Zahl der Borreliose-Erkrankungen leicht rückläufig29. Juni 2021 Ein Symptom der Lyme-Borreliose ist die sogenannte Wanderröte. (Foto: ©Ingo Bartussek – stock.adobe.com) Mehr als 300.000 gesetzlich Versicherte sind im Jahr 2019 an Lyme-Borreliose erkrankt. Das geht aus Daten des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hervor. Besonders betroffene Gebiete sind der Südosten Deutschlands und das östliche Bayern. Im Jahr 2019 ist bei 306.000 gesetzlich versicherten Patientinnen und Patienten eine Lyme-Borreliose diagnostiziert worden; die Erkrankungshäufigkeit ist jedoch sowohl bei Kindern und Jugendlichen als auch bei Erwachsenen seit 2010 leicht zurückgegangen, wie das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) berichtet. Die zeckenübertragene Infektionserkrankung kommt bundesweit vor – regional bestehen aber deutliche Unterschiede beim Risiko, sich mit Lyme-Borreliose zu infizieren. In den vom Zi kleinräumig auf Kreisebene ausgewerteten ärztlichen Abrechnungsdaten zeigten sich die höchsten Diagnoseprävalenzen in einem Cluster von insgesamt 45 Kreisen. Dieses erstreckt sich grenzübergreifend von Brandenburg über Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bis nach Bayern. Erhöhte Krankheitshäufigkeiten gab es auch in einem Cluster mit acht Kreisen im Osten Bayerns, das an die Tschechische Republik angrenzt. Das sind die zentralen Ergebnisse einer vom Zi veröffentlichten Versorgungsatlas-Studie zu bundesweiten und kleinräumigen Kennzahlen zur Morbidität von Lyme-Borreliose in Deutschland. „Unsere Studie liefert aktuelle regional differenzierte Daten zur Verbreitung der Lyme-Borreliose in Deutschland. Die Ergebnisse bilden eine Grundlage für künftige Präventionsmaßnamen, mit denen das Infektionsrisiko reduziert werden kann. Prävention wird wichtiger, weil sich die Zecken als Überträger der Krankheitserreger immer weiter ausbreiten“, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried. Die Diagnoseprävalenz der Lyme-Borreliose lag 2019 bei 429 je 100.000 Versicherten. Die höchsten Werte wurden in der Altersgruppe der 70- bis 79-Jährigen beobachtet (Frauen: 863, Männer: 771 je 100.000 Versicherte). Altersübergreifend war die Diagnoseprävalenz bei Frauen höher als bei Männern (455 vs. 398). Die Lyme-Borreliose wurde in allen 402 Landkreisen und kreisfreien Städten diagnostiziert, jedoch mit erheblichen regionalen Unterschieden. Im Jahr 2019 variierte die Diagnoseprävalenz um den Faktor 17 zwischen 89 (Herne, Westfalen-Lippe) und 1481 je 100.000 Versicherte (Saale-Orla-Kreis, Thüringen). Der Bericht gründet auf der Datenbasis der bundesweiten vertragsärztlichen Abrechnungsdaten nach § 295 SGB V der Jahre 2010 bis 2019. Die Studienpopulation umfasste alle gesetzlich Versicherten mit einem Vertragsarztkontakt. Für die Auswertung sind Personen berücksichtigt worden, bei denen die ICD-10-Diagnose A69.2 (Lyme-Krankheit) mit der Zusatzbezeichnung „gesichert“ in mindestens einem Quartal eines Kalenderjahres kodiert wurde. Berechnet wurden die Diagnoseprävalenz und -inzidenz je 100.000 Versicherte. Originalpublikation: Akmatov MK et al. Bundesweite und kleinräumige Kennzahlen zur Morbidität von Lyme-Borreliose in Deutschland anhand vertragsärztlicher Abrechnungsdaten 2010 bis 2019. Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi). Versorgungsatlas-Bericht Nr. 21/06. Berlin 2021.
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