Zentrale Adipositas ist bei Jugendlichen Hauptrisikofaktor für Typ-2-Diabetes

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Fast jeder dritte amerikanische Jugendliche leidet an Diabetes oder Prädiabetes. Der stärkste unabhängige Prädiktor hierfür ist das Verhältnis von Taillenumfang zu Körpergröße, wie Daten von knapp 2000 Jugendlichen zeigen.

Prädiabetes und Typ-2-Diabetes mellitus (T2D) bei Jugendlichen stellen zunehmend ein Problem für die öffentliche Gesundheit in den Vereinigten Staaten (USA) dar. Zudem erhöht ein frühzeitiger Ausbruch der Stoffwechselerkrankung das Risiko lebenslanger Komplikationen.

Eine aktuelle Studie, deren Ergebnisse in „Plos Global Public Health“ veröffenlicht wurden, hat nun die Prävalenz und die mit Prädiabetes/T2D assoziierten Faktoren bei 1998 Jugendlichen (10–19 Jahre) in den USA anhand von Daten aus den National Health and Nutrition Examination Surveys (2021–2023) analysiert. Prädiabetes/T2D wurden als Hämoglobin A1c (HbA1c) ≥5,7% oder Nüchternplasmaglukose (FPG) ≥100 mg/dl definiert. Mithilfe ungewichteter univariater und multipler logistischer Regressionsmodelle identifizierte Studienautor Eric Peprah Osei von der University of Illinois in Chicago (USA) Prädiktoren für Prädiabetes/T2D bei Jugendlichen.

Zentrale Adipositas als wichtigster Risikofaktor

Insgesamt hatten 30,8 Prozent der eingeschlossenen Jugendlichen Prädiabetes oder T2D. In der univariaten Analyse waren höheres Alter (Odds Ratio [OR] 0,93; p=0,045), weibliches Geschlecht (OR 0,50; p=0,001), Übergewicht/Adipositas (OR 1,57; p=0,012), ein erhöhtes Verhältnis von Taillenumfang zu Körpergröße (OR 24,04; p=0,002), die tägliche Gesamtzuckeraufnahme (OR 1,003; p=0,042), ein niedriges HDL-Cholesterin (≤45 mg/dl; OR 1,41; p=0,032), höherer systolischer Blutdruck (OR 1,02; p=0,002) und höherer diastolischer Blutdruck (OR 1,02; p=0,037) signifikant mit dem Risiko für Prädiabetes/T2D assoziiert.

In der multiplen logistischen Regressionsanalyse erwiesen sich jedoch ein höheres Alter (aOR 0,91; p=0,025), weibliches Geschlecht (aOR 0,52; p=0,002) als signifikante Prädiktoren für Prädiabetes/T2D. Stärkster Prognosefaktor für die Entwicklung der Stoffwechselstörungen war allerdings die zentrale Adipositas – gemessen anhand des Taillen-Größen-Verhältnisses (aOR 146,19; p=0,0004).

Diese Ergebnisse unterstreichen dem Autor zufolge die Notwendigkeit frühzeitiger Vorsorgeuntersuchungen und gezielter Präventionsstrategien, die sich auf die zentrale Adipositas und demografische Risikofaktoren konzentrieren. (ej/BIERMANN)