Zentrum für Bewegungsforschung eröffnet16. Juli 2019 Vor dem Festakt (v. l.): Franz Jakob, Maximilian Rudert, Bernd Sibler und Erwin Dotzel. In der Reihe dahinter von links Jürgen Deckert und Alfred Forchel. (Bild: Markus Mauritz/Bezirk Unterfranken) Mit einem Festakt wurde an der der Universität Würzburg das Bernhard-Heine-Centrum für Bewegungsforschung eröffnet. Es ist in der Orthopädischen Klinik König-Ludwig-Haus angesiedelt und soll neue Konzepte zur Förderung der Beweglichkeit erarbeiten. Bewegung ist Leben: Diese Erkenntnis ist in der Wissenschaft unumstritten. Dennoch gibt es weiterhin Forschungsbedarf, gerade mit Blick auf die zunehmende Lebenserwartung. Jeder fünfte Mensch in der Bundesrepublik ist inzwischen über 65 Jahre alt. Und es gibt viele Wechselwirkungen zwischen altersbedingten Erkrankungen des Bewegungsapparates und Einschränkungen der geistigen Leistungsfähigkeit, die noch nicht gut genug verstanden sind. Vorreiterrolle für Bayern und Deutschland Hier soll das neue Bernhard-Heine-Centrum für Bewegungsforschung den Standort Würzburg und das Land Bayern zu Vorreitern machen. So wünscht es sich Franz Jakob, Professor am Lehrstuhl für Orthopädie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) und einer der Direktoren des neuen Zentrums. Denn in Deutschland gebe es viele verschiedene vom Bund geförderte Gesundheitsforschungszentren, aber keines davon beschäftige sich mit dem Muskel-Skelett-System. Das sagte Jakob am 12. Juli 2019 beim Festakt zur Eröffnung des Bernhard-Heine-Centrums. Die Feier fand im Hörsaal des Lehrstuhls für Orthopädie in der Orthopädischen Klinik König-Ludwig-Haus in Würzburg statt. Lehrstuhlinhaber und Klinikdirektor Prof. Maximilian Rudert konnte dort zahlreiche Gäste und Redner begrüßen, darunter Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler. Lebensberatung und Behandlungsstrategien Das neue Forschungszentrum will Technologien für die Prävention, Therapie und Rehabilitation bei degenerativen Erkrankungen von Muskeln, Knochen und Gelenken entwickeln. Laut Jakob geht es dabei um Konzepte zur Förderung der Beweglichkeit, die individuell an Alter, Leistungsfähigkeit und Erkrankungen der Patienten angepasst sind. Und die Neuerungen sollen in der Klinik schnell zur Anwendung kommen. „Wir wollen die Prinzipien der ständigen Geweberegeneration von Muskeln, Knochen, Sehnen und Gelenken fundiert erforschen und die Ergebnisse in die Lebensberatung und in medizinische Behandlungsstrategien einfließen lassen“, sagte Jakob. An dieser Aufgabe wirken auch JMU-Forschungsgruppen aus den Lebenswissenschaften, der Biotechnologie und der Computertechnologie mit. „Bewegung wird durch Training gefördert. Wie wirkt sich Training auf die Verbesserung der Leistungsfähigkeit aus, und zwar bezüglich der allgemeinen Leistung als auch in der Rehabilitation? Welchen Einfluss können psychische, neurologische oder kardiale Faktoren haben? Hier soll das Bernhard-Heine-Centrum als Plattform für interdisziplinäre Denkansätze dienen”, ergänzte Rudert. Finanzielle Unterstützung von der EU Das Bernhard-Heine-Centrum baut auf jahrelangen Vorarbeiten auf. Diese wurden und werden unter anderem im Rahmen eines EFRE-Projekts (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) mit 1,5 Millionen Euro von der Europäischen Union gefördert. Auch der Freistaat Bayern und der Bezirk Unterfranken tragen zur Finanzierung bei. „So kann die Zentrumsgründung als Auftakt einer schlüssigen Entwicklung betrachtet werden, in die zukünftig viele Forscher von bayerischen Universitäten einbezogen werden sollen“, sagte Jakob. Der Würzburger Mediziner hat an der JMU seit 2001 eine Professur inne, die sich der Erforschung des Muskel-Skelett-Systems widmet. Um 2008 war er Hauptinitiator des Muskuloskelettalen Centrums Würzburg MCW.
Mehr erfahren zu: "Kinderschutz in O & U: Vom Verdacht zur Handlung – Strukturiertes Vorgehen im Alltag" Kinderschutz in O & U: Vom Verdacht zur Handlung – Strukturiertes Vorgehen im Alltag Kaum eine Fachdisziplin sieht körperliche Gewalt gegen Kinder so früh wie die Orthopädie und Unfallchirurgie – und kaum eine steht dabei so oft vor derselben Frage: Verletzung behandeln – Verdacht […]
Mehr erfahren zu: "Das Ganglabor in der Hosentasche" Das Ganglabor in der Hosentasche Bisher braucht es teure Labore, um zu verstehen, wie sich Kinder mit Zerebralparese bewegen und was ihnen helfen kann. Ein Forschungsteam aus Österreich will herausfinden, ob künftig auch ein Smartphone-Video […]
Mehr erfahren zu: "Sprunggelenkfraktur: Nicht immer operieren, nicht immer schonen" Sprunggelenkfraktur: Nicht immer operieren, nicht immer schonen Ein gebrochenes Sprunggelenk muss nicht immer operiert werden und auch sechs Wochen Ruhe nach einer OP sind nicht immer erforderlich. Das ist eine der zentralen Botschaften einer aktuellen Übersichtsarbeit mit […]