Zentrum für Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern in Göttingen erneut zertifiziert10. Juni 2020 Prof. Claudia Dellas, Oberärztin und Leiterin des EMAH-Zentrums. (Foto: © umg/hzg) Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) erhält für weitere fünf Jahre das Zertifikat „Überregionales EMAH-Zentrum“ für die Behandlung von Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern. Die UMG gehört seit 2015 zu den 19 überregionalen EMAH-Zentren in ganz Deutschland. Das Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK), der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie e.V. (DGPK) sowie der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V. (DGTHG) wurde Mitte April erneut vergeben. Die Gutachter der Fachgesellschaften hoben die gute personelle Aufstellung sowie die unverändert klare Struktur des Zentrums mit seinem Weiterbildungs- und Fortbildungskonzept hervor. Besonders erkannten sie die Expertise in der Behandlung von Herzrhythmusstörungen an. Die UMG betreut in einem großen Einzugsgebiet aus dem Raum Nord- und Westdeutschland Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern und hat mit dem EMAH-Zentrum eine Versorgungslücke in der Mitte Deutschlands geschlossen. An der UMG arbeiten insgesamt acht EMAH-Spezialisten. Unter der Leitung der EMAH-Kardiologin Prof. Claudia Dellas (Oberärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin – Pädiatrische Kardiologie, Intensivmedizin und Pneumologie und Leiterin des EMAH-Zentrums) arbeiten mehrere Spezialdisziplinen der UMG eng zusammen. Engster Kooperationspartner ist der Schwerpunkt Kinderherzchirurgie in der Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie. Weitere Partner sind die Klinik für Kardiologie und Pneumologie, das Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, die Klinik für Anästhesiologie, die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe und das Institut für Humangenetik. Dank des medizinischen Fortschritts erreichen heute nahezu 95 Prozent der Kinder mit einem angeborenen Herzfehler das Erwachsenenalter. In Deutschland leben mittlerweile rund 300.000 Erwachsene mit angeborenem Herzfehler (EMAH), jährlich kommen etwa 6000 Patienten hinzu. Das interdisziplinäre EMAH-Zentrum an der UMG sichert den Betroffenen eine umfassende Versorgung und Betreuung. „Wir kennen unsere Patientinnen und Patienten meist schon von Geburt an und wissen um ihre spezifischen Krankheitsbilder. Oft unterscheiden sich diese erheblich von Erkrankungen in der Erwachsenenkardiologie. Trotz allen Fortschritts handelt es sich bei den meisten angeborenen Herzfehlern um chronische Erkrankungen. Die Patientinnen und Patienten brauchen deshalb eine lebenslange medizinische Betreuung“, sagt Dellas. Folgebehandlungen, Untersuchungen und Operationen werden aus diesem Grund weiterhin in der Kinderkardiologie durchgeführt.
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