Zi-Forschungspreis für Studie zu Übertragungseffekten bei der Verwendung von medikamentenbeschichteten Koronarstents5. April 2023 Bild: ©MQ-Illustrations – stock.adobe.com Den mit 7500 Euro dotierten Wissenschaftspreis des Zentralinstitutes kassenärztliche Versorgung (Zi) erhält in diesem Jahr Meilin Möllenkamp vom Hamburg Center for Health Economics (HCHE) der Universität Hamburg für ihre Arbeit zu Spillover-Effekten bei der deutschlandweiten Verwendung medikamentenbeschichteter Stents. Der Wissenschaftspreis „Regionalisierte Versorgungsforschung“ wird jährlich vom Zi vergeben und im Zi-Versorgungsatlas veröffentlicht. Der vollständige Titel der prämierten Arbeit lautet „Spillover-Effekte und andere Determinanten der Nutzung von Medizintechnikprodukten bei Vorhandensein einer medizinischen Leitlinie: Eine Analyse von medikamentenbeschichteten Stents“. Koautorinnen und Koautoren sind Benedetta Pongiglione, Stefan Rabbe, Aleksandra Torbica und Jonas Schreyögg. Die Forschenden fanden eine deutliche räumliche Clusterung von Krankenhäusern mit ähnlichem Verhalten in Bezug auf die Nutzung von medikamentenbeschichteten Stents. Dies deutet auf die Existenz von sogenannten Spillover-Effekten zum Beispiel durch Wissenstransfer oder nachahmendes Verhalten hin. Die Ergebnisse zeigten die Bedeutung von Übertragungseffekten unter medizinischem Personal für die Diffusion von Medizintechnikprodukten trotz Vorliegen einer positiven Leitlinienempfehlung. Gleichzeitig weisen die Ergebnisse darauf hin, dass die regelmäßige Kommunikation und der Austausch zwischen Leistungserbringern eine wichtige Rolle bei der Diffusion von Medizintechnikprodukten spielen, die über die Veröffentlichung medizinischer Leitlinien und wissenschaftlicher Erkenntnisse hinausgehen. Politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger könnten dies als Argument für die Entwicklung und Förderung verschiedener Formen des Austauschs zwischen Krankenhauspersonal und Krankenhäusern sowie der Zusammenarbeit innerhalb von Krankenhausverbünden nutzen, so die Studienautorinnen und -autoren. Eine Idee wäre zum Beispiel die Förderung regelmäßiger Austauschprogramme zwischen Krankenhäusern, bei denen Ärztinnen und Ärzte in andere Krankenhäuser entsandt werden. Durch diese Programme könnten bessere Netzwerke zwischen den Krankenhäusern aufgebaut werden, und die Ärztinnen und Ärzte könnten neue Behandlungsmethoden kennen lernen und sie möglicherweise für ihre eigenen Patientinnen und Patienten übernehmen. Vor allem ein Austauschprogramm zwischen hochspezialisierten und weniger spezialisierten Krankenhäusern könnte von Vorteil sein. „Die von uns ausgezeichneten Studienergebnisse zeigen, dass Einflussfaktoren auf die Verbreitung von Innovationen bei der Untersuchung von regionalen Unterschieden in der Versorgungsforschung unbedingt berücksichtigt werden sollten. Versorgungsforschung ist eine angewandte Wissenschaft, die das Handeln von Verantwortlichen im Gesundheitswesen unterstützen soll. Der Versorgungsatlas ist dafür ein besonders geeignetes Medium. Er liefert konkrete Hinweise, wo gegebenenfalls Versorgungslücken geschlossen und Synergieeffekte genutzt werden können“, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried. „Gerade der räumliche Bezug führt oftmals zu ganz neuen Erkenntnissen. Regionen mit besonders guten Ergebnissen können zum Vorbild für die Versorgung in anderen Regionen werden.“ Das Zi lädt Forscherinnen und Forscher auch in diesem Jahr wieder ein, wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Erforschung regionaler Unterschiede in der medizinischen Versorgung einzusenden. Darunter fallen ausdrücklich auch Arbeiten, die sich mit der Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgung beschäftigen und sich aus Ergebnissen regionalisierter Versorgungsforschung ergeben.
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