Zi-Studie: Anzahl der Parkinson-Diagnosen seit 2016 leicht rückläufig18. Januar 2022 Foto: ©airdone – stock.adobe.com Trotz der fortschreitenden Alterung der Bevölkerung ist die Anzahl der Morbus Parkinson-Diagnosen in Deutschland seit 2016 leicht zurückgegangen. Das zeigt eine aktuelle Zi-Studie zur vertragsärztlichen Versorgung von Morbus Parkinson in Deutschland in den Jahren 2010 bis 2019. Während die bundesweiten Fallzahlen der Parkinson-Krankheit seit 2010 von 360.000 Patientinnen und Patienten kontinuierlich angestiegen waren und im Jahr 2016 mit knapp 400.000 Betroffenen einen Höchststand erreicht hatten, sind diese Zahlen der aktuellen Studie seitdem kontinuierlich gesunken. 2019 lag der Wert nur noch bei gut 380.000 Erkrankten. Unterschiede fand die Versorgungsatlas-Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) beim Verlauf bei Frauen und Männern: Während bei Frauen der Anstieg nur bis 2014 (Höchststand mit 203.000 Patientinnen) erfolgte und danach zurückging, verlief diese Entwicklung bei Männern verzögert. Bei ihnen wurde der Höchststand 2017 mit 192.000 Fällen erreicht. Der Anstieg der Patientenzahlen bis zum Höchststand betrug bei Frauen somit 4,3 Prozent über einen Zeitraum von insgesamt vier Jahren (2010–2014). Bei Männern war der Anstieg mit knapp 14,2 Prozent innerhalb von sieben Jahren (2010–2017) etwa dreimal größer. Diese Entwicklung hatte zur Folge, dass der weibliche Anteil an allen Parkinson-Patienten von 54 Prozent im Jahr 2010 auf 50 Prozent im Jahr 2019 zurückging. Auch nach Standardisierung struktureller Alters- und Geschlechtsunterschiede ist ein signifikantes Ost-West-Gefälle zu beobachten, wobei die Erkrankungslast in Ostdeutschland und im Saarland besonders hoch ausfiel. Auf Kreisebene lag die Prävalenz in ländlichen Kreisen höher als in städtischen. Stadt-Land-Unterschiede erklären sich aber vor allem durch die demografische Struktur und sind somit relevant für den Versorgungsbedarf und die Versorgung einer älteren Bevölkerung. Die häufigsten Begleiterkrankungen in der Gruppe der Parkinson-Patienten waren Hypertonie (76 %) und Stoffwechselstörungen (55 %). „Dass die Parkinson-Krankheit mit einer Vielzahl insbesondere alterstypischer Erkrankungen vergesellschaftet ist, unterstreicht die Komplexität der medizinischen Versorgung dieser Patientengruppe. Die Behandlung erfordert einen intensiven Austausch zwischen den beteiligten Haus- und Fachärzten sowie Gesundheitsfachberufen. Das erhöhte Auftreten der Parkinson-Krankheit in ländlichen Regionen mit älterer Bevölkerungsstruktur rückt spezifische Versorgungsangebote in den Fokus, die an die regionalen Besonderheiten angepasst sind“, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried. Bei mehr als 40 Prozent der Parkinson-Patienten wurden der Studie zufolge psychische Störungen diagnostiziert. Sonstige degenerative Krankheiten des Nervensystems wurden bei fast 15 Prozent der Betroffenen festgestellt. Die Wahrscheinlichkeit für an Parkinson Erkrankte, eine Diagnose aus diesen Diagnosegruppen zu erhalten, lag dreimal höher als bei Patienten der Kontrollgruppe. Grundlage für die statistische Analyse sind die bundesweiten vertragsärztlichen Abrechnungsdaten nach § 295 SGB V aus den Jahren 2010 bis 2019. Mehr als 95 Prozent der Patienten mit Parkinson sind über den gesamten Untersuchungszeitraum hausärztlich versorgt worden, 60 Prozent von Fachärzten der Nervenheilkunde oder der Neurologie. Die Inanspruchnahme der Fachgruppen Neurologie und Nervenheilkunde verzeichnete im Zeitverlauf einen leichten Anstieg von fünf Prozent.
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