Zöliakie-Forschungspreis für Untersuchung eines tragbaren Gluten-Sensors11. Juli 2019 PD Dr. Katharina Scherf (Foto: © C. Schranner / Leibniz-LSB@TUM) PD Dr. Katharina Scherf, Lebensmittelchemikerin am Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der TU München, erhält den diesjährigen Forschungspreis der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft (DZG) für ein wissenschaftliches Projekt, das die Verlässlichkeit eines tragbaren Gluten-Sensors für den Hausgebrauch überprüft. Der Preis ist mit einer Forschungsförderung in Höhe von 20.000 Euro verbunden. Seit etwa einem Jahr ist auf dem deutschen Markt ein tragbarer Gluten-Sensor für den Hausgebrauch erhältlich. Mit diesem kann auch jeder Laie innerhalb weniger Minuten kleine Lebensmittelproben auf deren Glutengehalt testen. Bislang existiert jedoch erst eine unabhängige Studie, die den Test anhand von 13 definierten Lebensmitteln überprüft und die Ergebnisse mit den Resultaten zweier Standard-Labortests (ELISA-Testkits) verglichen hat. Laut Studie war der Test insgesamt zu 96,5 Prozent in der Lage, Lebensmittelproben mit einem Glutengehalt von über 20 mg/kg zu identifizieren. Bei manchen Proben wie Brot, Pasta und gepufftem Mais lag der Test jedoch bei einem Glutengehalt von 20 mg/kg nur zu 47 Prozent richtig. Da falsch-negative Ergebnisse ein erhebliches Risiko für Menschen mit Zöliakie darstellen, sind dringend weitere wissenschaftliche Untersuchungen notwendig, die die Verlässlichkeit des Tests überprüfen. Im Rahmen des geförderten Forschungsprojektes, wird das Wissenschaftler-Team um Scherf die Sensitivität, die Spezifität sowie die Reproduzierbarkeit der Messergebnisse des Gluten-Sensors überprüfen und im Vergleich zu verlässlichen Labortestmethoden bewerten. Grundlage für die Untersuchung bilden 38 Lebensmittelproben mit definierten Glutengehalten aus sechs verschiedenen Lebensmittelkategorien. Translationale Forschung zum Nutzen und Wohl der Gesellschaft „Eine strikte glutenfreie Ernährung einzuhalten, ist nicht immer leicht und schränkt soziale Aktivitäten oftmals ein. Verlässliche Gluten-Sensoren für den Hausgebrauch würden die Lebensqualität von Zöliakie-betroffenen Personen stark verbessern“, sagt Dipl. oec. troph. Sofia Beisel, die das Team Wissenschaft der DZG leitet. Die DZG-Forschungsförderung 2019 finanziere damit ein „Projekt zum Anfassen“, das betroffenen Menschen direkt zu Gute kommt. „Ich freue mich daher nicht nur sehr über die Auszeichnung, sondern auch die Möglichkeit, mit meiner Forschungsarbeit unmittelbar zum Nutzen und Wohl der Gesellschaft beizutragen“, so Glutenexpertin Scherf.
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