Zukunft der Ernährung in Niedersachsen30. März 2023 Dr. Volker Heinz (DIL), Prof. Dr. Nicole Kemper (TiHo), Dr. Georg Schütte (VolkswagenStiftung), Prof. Dr. Bernard Brümmer (Universität Göttingen), Wissenschaftsminister Falko Mohrs und Rüdiger Eichel (Abteilungsleiter MWK). Foto: © MWK Die Universität Göttingen, die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) und das Deutsche Institut für Lebensmitteltechnik in Quakenbrück (DIL) werden in den kommenden fünf Jahren Maßnahmen entwickeln, die den Wandel des Agrar- und Ernährungssystems in Niedersachsen hin zu mehr Nachhaltigkeit gestalten sollen. Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs hat heute in Hannover den Verbundpartnern einen Förderbescheid über neun Millionen Euro aus dem Programm „zukunft.niedersachsen“ überreicht. Der Fokus liegt auf den Themen Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt sowie deren vielfältigen Verknüpfungen. Die Ergebnisse könnten anschließend auch als Blaupause für andere Regionen dienen. „Im Forschungs- und Transferverbund ZERN trifft anwendungsorientierte Grundlagenforschung auf den Transfer in die Praxis – damit unterstützen wir die dringend notwendige Transformation im Agrar- und Ernährungsbereich“, so Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs. „Nur wenn die Forschung interdisziplinär zusammenarbeitet und dabei die Praxis mitnimmt, können wir dem regionalen Bedarf gerecht werden und unsere Ernährungssysteme nachhaltig und damit zukunftsfest umbauen.“ „Der Verbund ZERN steht beispielhaft für die Chancen, die das Programm zukunft.niedersachsen bietet“, so Dr. Georg Schütte, Generalsekretär der VolkswagenStiftung. „Hier entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachgebieten konkrete Vorschläge, wie wir uns künftig so ernähren können, dass Mensch, Tier und pflanzliche Umgebung in Einklang stehen. Dafür bleiben sie nicht im sprichwörtlichen akademischen Elfenbeinturm, sondern suchen den Dialog mit Verbraucherinnen und Verbrauchern. So entstehen neue Perspektiven für den Einzelnen, aber auch für die Zukunft Niedersachsen.“ Ganzheitliche Betrachtung des Ernährungssystems Der Forschungsverbund ZERN verbindet Grundlagenforschung, angewandte Forschung und Transfer und ermöglicht dadurch eine ganzheitliche Betrachtung des Ernährungssystems – vom Landwirt über die Lebensmittelverarbeitung und -vermarktung bis hin zum Verbraucher. Wichtige Rollen spielen auch der Technologietransfer und die Wissenskommunikation, damit praktikable Lösungen umgesetzt und Wege zu einer nachhaltigen und gesunden Ernährung aufgezeigt werden. „Unser ganzheitlicher Ansatz verspricht eine Perspektive, aus der wir die drängendsten Probleme unseres Ernährungssystems an den konkreten Herausforderungen in Niedersachsen wissenschaftlich betrachten können“, sagt Prof. Dr. Bernhard Brümmer von der Universität Göttingen. In der ersten Phase beschäftigen sich drei Teilprojekte mit dem Grünland, dem Ackerbau und der Tierhaltung. „Die praxisorientierten Ansätze unseres Forschungsverbundes eröffnen völlig neue Möglichkeiten, drängende Themen auf dem Weg hin zu einer nachhaltigen Agrar- und Ernährungswirtschaft interdisziplinär zu bearbeiten“, ergänzt Prof. Dr. Nicole Kemper von der TiHo. Auch wissenschaftliche Nachwuchsgruppen sollen in ZERN gezielt eingebunden werden. Ein weiteres Ziel ist die Entwicklung und Implementierung innovativer Technologien. „Wir sind im Forschungsverbund in der Lage, den nötigen Technologietransfer in der Agrar- und Ernährungsindustrie Niedersachsens zu ermöglichen und so neue pflanzenbasierte Proteine, wie beispielsweise Proteine aus Gras- und Weideland, für die menschliche Ernährung zugänglich zu machen. Dies ist ein wichtiger Schritt, um den CO2-Ausstoß unseres Ernährungssystems zu reduzieren und eine nachhaltige Zukunft zu gestalten“, so Dr. Volker Heinz vom DIL.
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