Zum Schutz vor Gefäßerkrankungen: „Raucherquote mit allen verfügbaren Mitteln senken“25. Oktober 2024 Symbolfoto: ©Rumkugel/stock.adobe.com Zum Weltthrombosetag am 13. Oktober fand das 5. Karlsruher Präventionsgespräch im Rahmen der 40. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) statt. Im Fokus stand insbesondere die Rauchentwöhnung. Der Weltthrombosetag, der von der International Society on Thrombosis and Haemostasis ins Leben gerufen wurde, ist eine globale Initiative, die jährlich im Oktober das Bewusstsein für Thrombosen schärft. Die Thrombose Initiative e.V. informiert anlässlich dessen über die wichtigsten Erkenntnisse des 5. Karlsruher Präventionsgesprächs. So sind in 2022 in deutschen Krankenhäusern nur noch 4480 Todesfälle durch eine Lungenembolie zu beklagen. In 2020 lag die Zahl laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes noch bei 7644. Einen besonderen Fokus legten die Sprecher um Prof. Knut Kröger und Prof. Lion Shahab in diesem Jahr auf arterielle Thrombosen, Rauchentwöhnung und gesunde Ernährung. Problem Schwarzmarkt Mit einer Raucherquote von 23 Prozent sei Rauchen in Deutschland weiterhin der größte Risikofaktor für Gefäßkrankheiten und vorzeitige Todesfälle, erklärte Kröger. Mit Blick auf sogenannte weniger schädliche Nikotinalternativen, wie Tabakerhitzer, E-Zigaretten oder Nikotinpouches, verwiesen die Vortragenden auf die Möglichkeiten risikoreduzierter Nikotinaufnahme, die insbesondere für starke Raucher als Zwischenschritt zur Abstinenz und Tabakentwöhnung Sinn ergeben könnten. Sorgen äußerten alle Anwesenden hinsichtlich des stark wachsenden Schwarzmarkts für sogenannte Einweg-Vapes. Prof. Berthold Wigger, Finanzwissenschaftler aus Karlsruhe, sieht auf Nachfrage gefälschte Vapes aus dem außereuropäischen Ausland in Deutschland auf dem Vormarsch: „Nach Branchenangaben machen illegale E-Zigaretten mittlerweile einen Anteil von 40 Prozent des Gesamtmarktes aus. Das ist nicht nur eine besondere Gefahr für die Verbraucher, weil sie nicht wissen, was in ihren ungeprüften Produkten enthalten ist, sondern führt für den Bund auch zu massiven Steuerausfällen im hohen dreistelligen Millionenbereich.“ Gesundes-Herz-Gesetz unterstützt auch Rauchentwöhnung Positiv blickten die Teilnehmer auf aktuelle gesundheitspolitische Anstrengungen, die Prävention bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen stärker in den Blick nehmen. Im Zuge des Gesundes-Herz-Gesetzes sollen neben Präventionsangeboten in Apotheken auch die Rauchentwöhnung und entsprechende Beratung verbessert werden. Kröger befürwortete eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apothekern und stimmte seinem Kollegen, dem Kardiologen Prof. Heribert Schunkert, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Herzstiftung, zu, der auf dem deutschen Apothekertag am 11.10.2024 erklärt hatte, dass vor allem die Senkung erhöhter Cholesterinwerte und Tabakentwöhnung bei Rauchern das Potential hätten, die Lebenserwartung noch weiter zu steigern. Einig waren sich die Teilnehmer darin, dass Nikotinsubstitution ein aussichtsreicher Weg sei, um die hohe Raucherquote in Deutschland zu senken. „Thrombose und andere Gefäßerkrankungen könnten massiv eingedämmt werden, wenn es uns gelingt, die Raucherquote zu senken. Dafür sollten wir alle verfügbaren Mittel nutzen“, so Kröger abschließend.
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