Gewichtszunahme nach Raucherentwöhnung: Diabetesrisiko kurzfristig erhöht, Mortalität reduziert14. Januar 2019 © diesidie – fotolia.com Viele Raucher drücken sich vor dem Aufhören mit dem Hinweis auf die zu erwartenden Extra-Pfunde und ihre Folgen. Eine aktuelle Studie kommt in der Tat zu dem Schluss, dass bei einer erheblichen Gewichtszunahme von einem erhöhten kurzfristigen Risiko für Typ-2-Diabetes auszugehen ist. Doch die Vorteile bezüglich der kardiovaskulären und der Gesamtmortalität würden dadurch nicht zunichte gemacht, betont das Autorenteam um Yang Hu von der Harvard T. H. Chan School of Public Health. Die Wissenschaftler hatten in drei Kohortenstudien mit US-Amerikanern diejenigen identifiziert, die angaben, mit dem Rauchen aufhören zu wollen, und prospektiv Änderungen des Raucherstatus und des Körpergewichtes bewertet. Die Auswertung zeigte bei den Studienteilnehmern, die das Rauchen kürzlich aufgegeben hatten (2–6 Jahre seit der Raucherentwöhnung) ein höheres Risiko für Typ-2-Diabetes als bei derzeitigen Rauchern (Hazard Ratio 1,22; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 1,12–1,32). Das Risiko erreichte 5–7 Jahre nach der Entwöhnung den Höhepunkt und ging dann allmählich zurück. Dabei war der vorübergehende Anstieg des Diabetes-Risikos direkt proportional zur Gewichtszunahme, und das Risiko war unter ehemaligen Rauchern ohne Gewichtszunahme nicht erhöht (P<0,001 für die Interaktion). Im Gegensatz dazu war bei den ehemaligen Rauchern kein vorübergehender Anstieg der Mortalität zu verzeichnen – unabhängig von der Gewichtsänderung nach dem Aufhören. Im Vergleich zu aktuellen Rauchern lagen die Hazard Ratios für Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei jenen, die das Rauchen kürzlich aufgegeben hatten, – ohne Gewichtszunahme bei 0,69 (95 %-KI 0,54–0,88), – bei einer Gewichtszunahme von 0,1–5,0 kg bei 0,47 (95 %-KI 0,35–0,63), – bei einer Gewichtszunahme von 5,1–10,0 kg bei 0,25 (95 %-KI 0,15–0,42), – bei einer Gewichtszunahme >10,0 kg bei 0,33 (95 %-KI 0,18–0,60). Bei jenen, die das Rauchen vor mehr als 6 Jahren aufgegeben hatten, lag die Hazard Ratio bei 0,50 (95 %-KI 0,46–0,55), verglichen mit aktuellen Rauchern. Ähnliche Zusammenhänge sahen die Autoren auch in Bezug auf die Gesamtmortalität. Fazit Eine erhebliche Gewichtszunahme nach einem Rauchstopp erhöht kurzfristig das Risiko für Typ-2-Diabetes. Die positiven Effekte eines Rauchstopps auf die kardiovaskuläre und die Gesamtmortalität werden durch eine Gewichtszunahme nach einem Rauchstopp nicht beeinflusst. Autoren: Hu Y et al. Korrespondenz: Dr. Qi Sun; [email protected] Studie: Smoking Cessation, Weight Change, Type 2 Diabetes, and Mortality Quelle: N Engl J Med 2018;379(7):623–632. Web: dx.doi.org/10.1056/NEJMoa1803626
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