Zunahme von Begleiterkrankungen bei Sarkoidose: Assoziation mit Anwendung oraler Steroide entdeckt

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Eine Befragung von Patienten mit Sarkoidose hat ergeben, dass die Einnahme oraler Corticosteroide (OCS) mit Begleiterkrankungen und einer Gewichtszunahme assoziiert ist. Als bemerkenswert heben die Autoren hervor, dass die genannten unerwünschten Wirkungen auch nach Absetzen der OCS fortbestanden.

Obwohl OCS als Erstlinientherapie bei Sarkoidose empfohlen würden, mangele es derzeit noch an Daten zum Risiko steroidassoziierter Nebenwirkungen in dieser Patientengruppe, schreiben Autoren um Logan J. Harper von der Abteilung für Pneumologie und Intensivmedizin am Integrated Hospital Care Institute der Cleveland Clinic (USA) in „Chest“. Das Team US-amerikanischer und europäischer Sarkoidose-Experten und -Patienten entwickelte daher einen digitalen Fragebogen, den sie an Sarkoidosepatienten verschickten – 1937 ausgefüllte Fragebögen standen letztendlich für eine Auswertung zur Verfügung.

Vor der Datenerhebung legte man zwei primäre Endpunkte fest: die Entwicklung von 13 steroidassoziierten Begleiterkrankungen und die Veränderung des Gewichts insgesamt. Die Ergebnisse wurden zwischen Patienten ver­glichen, die aktuell oder nie OCS einnahmen oder die in der Vergangenheit OCS verwendet hatten.

Mehr Begleiterkrankungen, stärkere Gewichtszunahme

In gewichteten Analysen war die jemalige Anwendung von OCS (aktuell oder zurückliegend im Vergleich zu niemals) mit der Entwicklung von durchschnittlich 1,3 zusätzlichen Begleiterkrankungen assoziiert (95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,8–1,9). Patienten, die irgendwann OCS eingenommen hatten, besaßen eine höhere Wahrscheinlichkeit dafür, Stimmungsschwankungen zu entwickeln (Odds Ratio [OR] 2,1; 95 %-KI 1,3–3,4). Auch das Risiko für gastroösophageale Refluxkrankheit (OR 2,3; 95 %-KI 1,3–4,1), Hämatom (OR 2,3; 95 %-KI 1,3–4,1) und die Entwicklung von Osteoporose (OR 3,8; 95 %-KI 1,8–8,1), Hyperlipidämie (OR 1,9; 95 %-KI 1,04–3,5), Infektionen (OR 2,1; 95 %-KI 1,1–4,0) und Diabetes (OR 2,7; 95 %-KI 1,2–6,0) war bei jemaligem OCS-Einsatz erhöht.

Patienten, die zu irgendeinem Zeitpunkt OCS eingenommen hatten, verzeichneten im Vergleich zu keiner OCS-Einnahme eine um 5,9 kg (95 %-KI 3,8–8,0 kg) höhere Netto-Gewichtszunahme. Auch waren die Auswirkungen der OCS-Einnahme beim Vergleich von Jemals-Verwendern (zu irgendeinem Zeitpunkt) zu Niemals-Verwendern stärker ausgeprägt. Bei Personen, die aktuell OCS schluckten, und bei solchen mit OCS-Gebrauch in der Vergangenheit fielen die Auswirkungen der Medikamente ähnlich aus. (ac)