Zusätzlicher Sauerstoff eliminiert morgendlichen Blutdruckanstieg bei OSA-Patienten

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Zusätzlicher Sauerstoff verhindert den Anstieg des morgendlichen Blutdrucks, der bei Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe (OSA) unter einer Therapie mit kontinuierlichem positivem Atemwegsdruck (CPAP) auftritt. Das berichten Forscher in einer aktuellen Studie.

Wie Chris D. Turnbull vom Oxford Centre for Respiratory Medicine am Churchill Hospital Oxford und Koautoren berichten, konnte bei Patienten mit mäßiger bis schwerer OSA durch die Gabe zusätzlichen Sauerstoffes der Anstieg des systolischen und diastolischen Blutdrucks sowie die zunehmende Sauerstoffentsättigung vermieden werden, die im Kontrollarm der Studie nach Absetzen der CPAP zu beobachten war.

An der doppelblinden Studie nahmen 25 Briten teil, die seit mehr als einem Jahr erfolgreich eine CPAP anwendeten. Diese wurde im Rahmen der Untersuchung für 14 Nächte ausgesetzt. Während dieser Zeit erhielten die Teilnehmer zunächst über eine Gesichtsmaske oder über eine Nasenkanüle über Nacht zusätzlichen Sauerstoff oder normale Luft und wechselten dann zu einer zweiten CPAP-Absetzphase mit jeweils der anderen Behandlung über.

In vielen älteren Studien ist ein Zusammenhang zwischen OSA, Bluthochdruck und kardiovaskulären Erkrankungen nachgewiesen worden. In einige dieser Studien wurde der akute Anstieg des Blutdrucks, den OSA-Patienten während des Schlafes erfahren, mit dem ständigen Bedürfnis in Verbindung gebracht, beim Aussetzen der Atmung aufzuwachen.

Die Autoren der aktuellen Studie wollten herausfinden, ob diese immer wiederkehrenden Arousals bei OSA-Patienten auch für einen erhöhten Blutdruck bei Tag verantwortlich sind oder ob die intermittierende Hypoxie infolge der unterbrochenen Atmung während des Schlafs einen Anstieg des Blutdrucks über Tag verursacht.

Die Studienautoren stellten fest, dass zusätzlicher Sauerstoff zwar die intermittierende Hypoxie wesentlich reduzierte, aber nur minimale Auswirkungen auf zwei Arousal-Marker hatte: den Apnoe-Hypopnoe-Index und den Index für den Anstieg der Herzfrequenz. Basierend auf diesen Befunden erklären die Autoren, dass die “intermittierende Hypoxie bei OSA die dominierende Ursache für den Anstieg des Blutdrucks tagsüber zu sein scheint”.

Turnbull erklärt: “Dies ist wichtig, weil viele Patienten, vor allem solche mit wenigen Symptomen, die CPAP-Behandlung nicht tolerieren und für diese Personen möglicherweise andere Therapien erforderlich sind”, da erhöhte Blutdruckwerte für sie ein höheres Risiko in puncto Herzinfarkt und Schlaganfall bedeuten.

Bevor jedoch ergänzender Sauerstoff als eine Alternative zu CPAP eingesetzt werden könne, so schreiben die Autoren, müsse noch weiter geforscht werden, um zu beweisen, dass eine solche Supplementierung sicher ist. Sie betonen, dass andere Studie gezeigt hätten, dass zusätzlicher Sauerstoff Herzschädigungen verschlimmern könnte, wenn er nach einem Herzanfall verabreicht wird. Zudem verursache zusätzlicher Sauerstoff bei einigen Patienten eine Hyperkapnie.

“Die nächste Herausforderung für die Forscher wird es sein zu ermitteln, ob die zusätzliche Sauerstoffbehandlung bei Patienten längerfristig ähnliche Auswirkungen hat und gleichzeitig die Sicherheit bei einem Langzeiteinsatz zu analysieren”, sagt Dr. Turnbull.

In der Studie wurden auch objektive und subjektive Maße einer Tagesmüdigkeit untersucht, jedoch fand man zwischen den beiden Gruppen keinen Unterschied.