Zusammenhang von Antihypertensiva und kognitiver Funktion bei Heimbewohnern

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Bei Pflegeheimbewohnern – besonders jenen mit Demenz – ging in einer aktuellen US-Studie das Absetzen von Bluthochdruckmedikamenten mit einer langsameren Verschlechterung der kognitiven Funktion einher.

Um der Frage nach einem Zusammenhang zwischen dem Absetzen von Antihypertensiva und der kognitiven Funktion bei älteren Bewohnern von Pflegeheimen nachzugehen, griff die verantwortliche Studiengruppe auf einen Nachahmungsversuch einer Zielstudie (target trial emulation approach) zurück. In ihre Untersuchung nahmen Bocheng Jing vom Northern California Institute for Research and Education (USA) und Kollegen ältere Langzeitbewohner von Pflege­heimen auf (mittleres Alter 77,7 ±8,3 Jahre; 97,4% Männer). Inkludiert wurden Bewohner mit stabiler Medikamenteneinnahme über 4 Wochen (Blutdruck <160/90 mmHg).

Entsprechend ihrer weiteren antihypertensiven Therapie wurden sie in die absetzende oder stabile Anwendergruppe einsortiert und für die Intention-to-Treat-Analyse (ITT) über 2 Jahre, bis zum Tod oder bis zur Entlassung weiterverfolgt. Als „Absetzen“ wurde eine Verringerung der Gesamtzahl der blutdrucksenkenden Medikamente oder eine Verringerung der Medikamentendosierung um 30% definiert, die ≥2 Wochen lang aufrechterhalten wurde. Teilnehmer, die die Behandlungsgruppe wechselten, wurden in der Per-Protocol-Analyse zensiert.

In die ITT- und Per-Protocol-Analyse wurden 12.644 bzw. 12.053 Bewohner aufgenommen. Am Ende der Nachbeobachtung wiesen basierend auf Messungen der kognitiven Funktionsskala (CFS) 12,0% der Bewohner eine schlechtere kognitive Funktion auf und 7,7% eine verbesserte. Dabei verschlechterte sich die CFS-Punktzahl bei 10,8% der absetzenden Gruppe und bei 12,1% der stabilen Anwendergruppe.

In der Per-Protocol-Analyse verringerte sich die Wahrscheinlichkeit, dass sich das CFS in eine schlechtere Kategorie pro 12-Wochen-Zeitraum entwickelte, in der absetzenden Gruppe um 12% (OR 0,88; 95%-KI 0,78–0,99) im Vergleich zur Gruppe der stabilen Anwender. Bei den Bewohnern mit Demenz war die Aufhebung der Verschreibung mit einer um 16% verringerten Wahrscheinlichkeit einer kognitiven Verschlechterung verbunden (OR 0,84; 95%-KI 0,72–0,98). Diese Muster blieben in der ITT-Analyse konsistent.

Fazit
Die Ergebnisse weisen laut den Studienautoren darauf hin, wie wichtig patientenorientierte Ansätze für die Beendigung von blutdrucksenkenden Medikamenten seien, um sicherzustellen, dass die Therapien für ältere Erwachsene so optimiert werden, dass die kognitive Funktion erhalten bleibt und mögliche Schäden minimiert werden. (ah)

Autoren: Jing B et al.
Korrespondenz: Bocheng Jing; [email protected]
Studie: Deprescribing of Antihypertensive Medications and Cognitive Function in Nursing Home Residents
Quelle: JAMA Intern Med 2024;184(11):1347–1355.
Web: https://doi.org/10.1001/jamainternmed.2024.4851