Zusammenhang zwischen SARS-CoV-2-Infektion und Krebs2. November 2022 © iweta0077 – stock.adobe.com (Symbolbild) Noch ist wenig über die langfristigen Auswirkungen der Biologie von SARS-CoV-2, einschließlich der Frage, ob das Virus das Krebsrisiko erhöht, bekannt. Eine Studie von Dr. Pau Erola von der Universität Bristol, Großbritannien, und seinem Team zielte daher darauf ab, die molekularen Wechselwirkungen zwischen SARS-CoV-2-Infektionen und Krebsprozessen zu identifizieren. Die Forschenden integrierten aktuelle Daten zu SARS-CoV-2, wie Wechselwirkungen mit Wirtsproteinen, Risikofaktoren für kritische Erkrankungen, bekannte Onkogene, Tumorsuppressorgene und Krebstreiber, in EpiGraphDB, einer Datenbank für Krankheitsbiologie und -epidemiologie. Danach verwendeten sie die Daten, um das Netzwerk molekularer Verbindungen zwischen SARS-CoV-2-Infektionen und Krebsprozessen in verschiedenen Geweben, die den Angiotensin-kovertierendes-Enzym-2-Rezeptor exprimieren, zu rekonstruieren. Des Weiteren kamen Community-Erkennungsalgorithmen und die Gene-Set-Enrichment-Analyse (GSEA) zum Einsatz, um krebsrelevante Signalwege zu identifizieren, die durch eine SARS-CoV-2-Infektion gestört werden können. Das Forschungsteam fand heraus, dass in Lungengewebe potenziell 4 Onkogene direkt und 92 Onkogene indirekt von SARS-CoV-2 angesteuert werden können. Die indirekte Ansteuerung erfolgt dabei durch die Interaktion mit Genen, die mit den Onkogenen interagieren. Außerdem zeigten sich Hinweise auf potenzielle Wechselwirkungen von SARS-CoV-2 mit Wnt- und Hippo-Signalwegen, Telomererhaltung, DNA-Replikation, Ubiquitinierung von Proteinen und mRNA-Spleißen. Die Studienautoren mutmaßen, dass einige dieser Signalwege in mehreren Geweben betroffen sein könnten und halten es für notwendig zu erforschen, ob diese Effekte vorübergehend sind oder länger anhalten. Fazit Dr. Pau Erola und sein Team erlangten durch ihre vorveröffentlichte Studie jetzt Erkenntnisse, die auf potenzielle Auswirkungen einer Infektion auf krebsrelevante Signalwege hinweisen. Sie beeinflusst Zellproliferation, -entwicklung und -überleben, begünstigt DNA-Abbau, verhindert die Reparatur von Schäden und behindert die Übersetzung von RNA in funktionale Proteine. (sh) Autoren: Erola P et al. Korrespondenz: Pau Erola; [email protected] Studie: The network of SARS-CoV-2—cancer molecular interactions and pathways Quelle: bioRxiv 2022.04.04.487020 Web: https://www.doi.org/10.1101/2022.04.04.487020
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