100 Jahre Klinik für Rinder der TiHo30. September 2025 Bild: © TiHo Mit einem wissenschaftlichen Symposium feierte die Klinik für Rinder der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) am 26. und 27. September 2025 ihr 100-jähriges Bestehen, wie die TiHo in einem kurzen historischen Abriss berichtet. Am 26. und 27. September 2025 blickte die Klinik für Rinder der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) mit internen und externen Sprecherinnen und Sprechern auf ein Jahrhundert Rinderheilkunde zurück und gibt einen Überblick über die aktuellen Fragestellungen und Lösungsansätze auf den Gebieten Reproduktion, Infektionskrankheiten, Haltung und Management, festliegende Tiere, Kälber sowie Lahmheiten. Die Geschichte der Klinik Gegründet wurde die Klinik im Jahr 1925 unter der Führung von Professor Dr. Dr. h.c. Richard Götze. Sie hieß damals Klinik für Geburtshilfe und Rinderkrankheiten. Götze stand dieser Klinik fast drei Jahrzehnte vor. Ziel war damals, die Forschung zu fördern und die Ausbildung der Studierenden und der Tierärzte auf den Gebieten Geburtshilfe und Gynäkologie der Haustiere sowie der inneren und chirurgischen Krankheiten des Rindes zu vertiefen. Im Jahr 1932 kam das damals noch umstrittene Gebiet der Samenübertragung hinzu. Die Klinik entwickelte sich stetig weiter. Sie erlangte internationale Reputation, steigerte kontinuierlich ihre Patientenzahlen und nahm durchgängig in- und ausländische Hospitanten auf. Die Forschenden gaben eine Vielzahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen heraus und hielten zahlreiche Vorträge auf in- und ausländischen Tagungen. Bild: © TiHo Im Jahr 1953 erfolgte eine Teilung, aus der die Klinik für Rinderkrankheiten und die Klinik für Geburtshilfe und Gynäkologie des Rindes hervorgingen. Die Leitung der Klinik für Rinderkrankheiten übernahm mit Professor Dr. Dr. h.c. mult. Gustav Rosenberger ein Schüler Götzes. Das Arbeitsgebiet der Klinik umfasste innere und chirurgische Erkrankungen des Rindes, Vergiftungen, Jungtiererkrankungen, Stoffwechsel- und Mangelkrankheiten und die klinische Seite der parasitären und infektiösen Krankheiten. Die Forschenden der Klinik waren maßgeblich daran beteiligt, in Europa die Enzootische Bovine Leukose auszulöschen.Die Klinik für Geburtshilfe und Gynäkologie des Rindes leitete nach dem Tod Götzes Professor Dr. Erich Aehnelt. Neben Vorlesungen über Tiergeburtshilfe, spezielle Gynäkologie und Euterkrankheiten standen in der Klinik Forschungsarbeiten zur Unfruchtbarkeit und zur Herdensterilität im Fokus. In den sechziger, siebziger und achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts war die Geschichte der beiden Kliniken eng verknüpft. Wichtige Infektionskrankheiten ausgemerzt Die Forschenden arbeiteten an Erkrankungen wie Maul- und Klauenseuche, Brucellose, Leukose, Tuberkulose, Räude und Dasselfliegen und trugen dazu bei, dass diese makroökonomisch besonders wichtigen Infektionskrankheiten des Rindes weitgehend verschwanden. Der Fokus verlagerte sich auf nicht-infektiöse Erkrankungen. Hier sind besonders die Operation von Labmagenverlagerungen und die Behandlung von Weidetetanie zu nennen. Während der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde unter Professor Dr. Henner Scholz die Diagnostik von Selenmangel ausgebaut und wichtige aus Selendefizienzen resultierende klinische Erkrankungen charakterisiert. Verlagerung zu Prävention von Störungen der Tiergesundheit Im Jahr 2003 kam es zur Wiedervereinigung der Klinik für Rinderkrankheiten mit der Klinik für Geburtshilfe und Gynäkologie des Rindes zu der heutigen Klinik für Rinder, die zunächst von Professor Dr. Heinrich Bollwein geleitet wurde. Die Forschungsschwerpunkte richten sich nach der Fusion an den sich im Laufe der Zeit gewandelten Erfordernissen in der Rinderproduktion und Rinderzucht aus. Sie verlagerten sich immer mehr vom Einzeltier zur Herde und zur Prävention von Tiergesundheitsstörungen. Wichtige Themen sind Stoffwechselerkrankungen, Erkrankungen der Gliedmaßen, Eutererkrankungen Fruchtbarkeitsstörungen sowie männliche und weibliche Biotechnologie, Digitalisierung und KI-Anwendungen. Die Forschungsergebnisse fließen unmittelbar in die Ausbildung der Tiermedizinstudierenden sowie in die Fort- und Weiterbildung von Tierärztinnen und Tierärzten ein. Das Ziel ist, so die Voraussetzungen für eine bestmögliche tierärztliche Versorgung der Tierbestände zu schaffen. Seit 2012 leitet Prof. Martina Hoedemaker, PhD, die Klinik für Rinder. Als Bestandsmedizinerin liegt ihr Forschungsschwerpunkt darauf, in verschiedenen Bereichen der Rindermedizin Risikofaktoren zu erfassen, die die Tiergesundheit stören. Die Erkenntnisse bilden die Grundlage für die Etablierung von Präventivmaßnahmen.
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