Dorothea Erxleben Female Investigator Award für Forschung zur Bronchopulmonalen Dysplasie10. September 2021 DZIF-Wissenschaftlerin Julia Pagel (r.) erhält den Dorothea Erxleben Female Investigator Award von Prof. Gabriele Gillessen-Kaesbach, Präsidentin der Universität zu Lübeck. (Foto: C. Kloodt / Exzellenzcluster PMI, Uni Kiel) Die Kinderärztin Dr. Julia Pagel, Universität Lübeck, erhält den mit 50.000 Euro dotierten Dorothea-Erxleben-Forscherinnen-Preis, um ihre Forschung zu Lungenerkrankungen bei Säuglingen ausbauen zu können. Dr. Julia Pagel ist sowohl praktizierende Kinderärztin in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des UKSH, Campus Lübeck, als auch forschende Wissenschaftlerin an der Klinik für Infektiologie und Mikrobiologie der Universität zu Lübeck und des UKSH, Campus Lübeck. Ihr Forschungsschwerpunkt in den vergangenen Jahren war die Sepsis bei Frühgeborenen – eine der Haupttodesursachen bei Frühchen. Einen weiteren Schwerpunk bildet mittlerweile außerdem die Bronchopulmonale Dysplasie (BPD). Die Lungenschädigungen bei dieser Erkrankung können sich bis ins Erwachsenenalter hinein auswirken. Fast alle Kinder, die an BPD erkranken, hatten vorher eine Sepsis. Warum, ist bisher ungeklärt. „Eine Hypothese ist, dass nach einer Sepsis, bei der es zu einer überschießenden Immunreaktion kommt, diese fortbesteht und dadurch die Lunge angreift, was zu BPD führen könnte“, erklärt Pagel. „Allerdings gehen wir davon aus, dass dies nicht das einzige ist, das zu der Erkrankung führt. Das wollen wir genauer untersuchen“, erklärt Pagel weiter. Die Wissenschaftlerin konnte bereits zeigen, dass bei einer Frühgeborenen-Sepsis das Darmmikrobiom spezifisch verändert ist und auch die Entwicklung des Immunsystems gestört ist. Mit der Förderung möchte sie nun anhand von Proben von Frühgeborenen, die BPD bekommen haben, ähnliche Untersuchungen machen. Sie möchte analysieren, wie das Darmmikrobiom und die Immunzellentwicklung bei diesen Kindern im Vergleich zu Frühchen, deren Lunge nicht erkrankt, verändert sind, und wie diese Störungen zu einer anhaltenden Entzündung und anschließend zur chronischen Lungenerkrankung führen. Der Preis wird vom norddeutschen Exzellenzcluster „Precision Medicine in Chronic Inflammation“ vergeben, um die Präzisionsmedizin chronischer Entzündungserkrankungen voranzutreiben und Wissenschaftlerinnen in diesem Bereich zu fördern.
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