50 Jahre Klinik für Urologie der Uniklinik Köln28. Mai 2024 Vorgänger und Nachfolger: Udo Engelmann, Axel Heidenreich (v.l.), Foto: Thies Schöning / Uniklinik Köln Mit einem Jubiläumsymposium feierte die Kölner Uniklinik für Urologie am 25.05.2024 ihr 50-jähriges Bestehen. Unter dem Motto „50 Jahre Urologie: Was haben wir gelernt, wie geht es weiter?“ diskutierten die Teilnehmer darüber, wie sich das Leistungsspektrum in der Urologie entwickelt hat und wie sich Arbeitsbedingungen, Aus- und Weiterbildung sowie Patientenerwartungen verändern. „50 Jahre Urologie waren geprägt von einer kontinuierlichen Fortentwicklung der diagnostischen Methoden sowie der chirurgischen und medikamentösen Therapieoptionen für unsere Patienten“, resümierte Klinikdirektor Prof. Axel Heidenreich. Als bedeutende Innovationen aus diesem Zeitraum nannte er die Einführung des Kombinations-Chemotherapie zur Behandlung von Keimzelltumoren des Hodens, bestehend aus Cisplatin, Etoposid und Bleomycin („PEB-Regime“) im Jahr 1978, die Stoßwellentherapie zur Zertrümmerung von Nieren-, Harnleiter- und Gallensteinen Anfang der 80er-Jahre, die perkutane Nephrolitholapaxie als minimalinvasives Verfahren zur Entfernung von Nierensteinen und schließlich nervschonende radikale Tumoroperationen im kleinen Becken, optimierte transurethale Operationstechniken bis hin zur roboterassistierten Operation sowie die aktuelle indivualisierte molekulare Therapie. Was sich in den vergangenen 50 Jahren medizinisch entwickelt hat, sieht man auch am heutigen Namen der Klinik. Sie heißt offiziell „Klinik für Urologie, Uro-Onkologie, spezielle urologische und roboterassistierte Chirurgie“ und beschäftigt sich mit gut- und bösartigen Erkrankungen der Niere, Harnblase, Prostata und Hoden. Jeder Patient mit einer bösartigen Erkrankung werde in einem interdisziplinären Tumorboard beraten, in dem Spezialisten aus den Fachbereichen Urologie, Onkologie, Strahlentherapie, Pathologie, Nuklearmedizin und Radiologie vertreten sind, heißt es in einer aktuellen Mitteilung zu dem Jubiläum. Durch diese interdisziplinäre Verzahnung könne eine optimale, individuelle Therapie angeboten werden. „Die Klinik für Urologie ist zu einem der Leuchttürme der deutschen Urologie und bezüglich der Therapie von den Keimzelltumoren des Mannes zu einem der größten Zentren in Europa geworden“, erklärte Prof. Edgar Schömig, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Uniklinik Köln. „Mein herzlicher Dank gilt allen bisherigen und aktuellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Team der Klinik für Urologie für ihre ausgezeichneten Leistungen und den täglichen Einsatz für unsere Patientinnen und Patienten.“ Die Urologie an der Uniklinik Köln hat sich recht spät als selbständige Disziplin etabliert. Unter anderem auch auf Empfehlung des Wissenschaftsrats im Jahr 1960 sollten insbesondere die klinischen Fächer an den Universitäten den Weg der Spezialisierung im notwenigen Umfang weitergehen. Daraufhin wurden innerhalb der Kliniken Spezialabteilungen für Subspezialitäten geschaffen oder aber bereits bestehende Kliniken in die Selbständigkeit entlassen. Im Jahr 1967 wurde an der Chirurgischen Klinik und Poliklinik (Lindenburg) eine “Urologische Abteilung” gegründet, die ab 1969 “Abteilung für Urologie” hieß. Ihr Leiter war zu Beginn Prof. Reinhard Nagel. 1973 erhielt das Fach einen eigenen Lehrstuhl, den bis 1992 Prof. Rüdiger Engelking innehatte. 1974 wurde dann vor 50 Jahren die von der Chirurgie unabhängige Urologische Klinik mit Engelking als erstem Direktor gegründet. Prof. Udo Engelmann, der bei dem Symposium auch zugegen war, folgte dann dem Lehrstuhlinhaber und Klinikdirektor 1992 nach. Sein Nachfolger wurde 2015 der heute noch amtierende Heidenreich. (Uniklinik Köln/ms)
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