Renommierter Würzburger Urologe Hubertus Riedmiller verstorben

Hubertus Riedmiller. Foto: Thomas Müller / UKW

Am 3. April 2026 verstarb der renommierte Urologe Prof. Hubertus Riedmiller im Alter von 75 Jahren, wie das Uniklinikum Würzburg (UKW) jetzt mitteilt. Vor seinem Ruhestand im Jahr 2016 leitete der international anerkannte Experte 19 Jahre lang die dortige Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie.

Ein wesentlicher Teil von Riedmillers medizinischem Wirken fand am UKW statt: Von 1997 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2016 leitete er die dortige Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie. Sein Nachfolger in dieser Position, Prof. Hubert Kübler, bedauert: „Mit Prof. Dr. Hubertus Riedmiller verliert unser Fachgebiet eine deutschlandweit führende Persönlichkeit. Die Urologie am UKW verdankt ihm hohe internationale Sichtbarkeit und Anerkennung.“

Experte für plastisch-rekonstruktive Urologie

Zu Riedmillers besonderer Expertise gehörten die operative Bildung neuer Harnblasen und kontinenter Harnableitungen. Sein guter Ruf in diesen Bereichen führte unter anderem dazu, dass nicht zufriedenstellend voroperierte Patientinnen und Patienten aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland nach Würzburg kamen, um von den Erfahrungen des Professors und seines Teams in der plastisch-rekonstruktiven Urologie zu profitieren.

Weitere Schwerpunkte des verstorbenen Klinikdirektors waren große chirurgische Eingriffe bei urologischen Tumorerkrankungen sowie die Therapie von Kindern mit urologischen Krankheiten. So fungierte Riedmiller als langjähriger Chairman der Sektion Kinderurologie der Europäischen Urologischen Gesellschaft und schrieb in dieser Funktion an den vielzitierten Behandlungsleitlinien zur Kinderurologie mit. Die Mitgliedschaften in der Europäischen Gesellschaft für Pädiatrische Urologie und der Amerikanischen Pädiatrischen Akademie unterstreichen zusätzlich seine internationale Reputation in diesem Bereich.

In zahlreichen Fachgesellschaften aktiv

Darüber hinaus war der Würzburger Mediziner unter anderem Mitglied bei der Society of Genito-urinary Reconstructive Surgeons, der Europäischen und der Amerikanischen Urologischen Vereinigung sowie der Deutschen, der Schweizer und der Internationalen Gesellschaft für Urologie. Von 2004 bis 2013 arbeitete er im Wissenschaftlichen Beirat der Bundesärztekammer und war von 2001 bis 2011 Vorsitzender des Arbeitskreises „Operative Techniken“ der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU). Letztere verlieh ihm im Jahr 2012 den Ritter-von-Frisch-Preis. Der Preis wird jährlich für besondere Verdienste um die wissenschaftlichen, berufs- oder vereinspolitischen Aufgaben der DGU vergeben.

Die urologische Forschung am UKW war unter Riedmillers Leitung stark klinisch ausgerichtet. Vielfach ging es um das Perfektionieren von bestehenden oder die Entwicklung von neuen Operationstechniken.

„Hubertus Riedmiller war nicht nur ein geschätzter Arzt, Wissenschaftler und Kollege, sondern auch ein hoch engagierter Hochschullehrer. Aus seiner Klinik gingen viele Urologen hervor, die an anderen Kliniken leitende Positionen übernahmen“, betont Prof. Matthias Frosch, Vorstandsmitglied des UKW und Dekan der Medizinischen Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Nach seinen Worten werden das Uniklinikum und die Fakultät dem Verstorbenen stets ein ehrendes Andenken bewahren.