Muskelinvasives Blasenkarzinom: Perioperative Kombinationstherapie schlägt neoadjuvante Standardtherapie20. August 2026 Neuartige Medikamente verändern die Therapie vor/nach radikaler Zystektomie. Symbolbild: Wess/peopleimages.com – stock.adobe.com In einer aktuellen Studie zur Therapie des muskelinvasiven Blasenkarzinoms schlägt die perioperative Gabe eines Antikörper-Wirkstoff-Konjugats gemeinsam mit einem Checkpoint-Inhibitor die bisherige neodadjuvante Chemotherapie vor einer radikalen Zystektomie. Bei Patienten mit muskelinvasivem Blasenkarzinom, die für eine Cisplatin-basierte Chemotherapie vor einer radikalen Zystektomie infrage kamen, ergab die randomisierte Phase-III-Studie KEYNOTE-B15/EV-304 signifikant bessere Ergebnisse für die perioperative Gabe von Enfortumab-Vedotin (EV) + Pembrolizumab im Vergleich zur neoadjuvanten Therapie mit Cisplatin + Gemcitabin. Allerdings traten dabei häufiger unerwünschte Ereignisse des Grades 3 oder höher auf. Die Studienteilnehmer wurden per Zufall einer von 2 Gruppen zugewiesen: 1. Behandlung mit neoadjuvantem EV + Pembrolizumab in 4 Zyklen: EV (1,25 mg pro kg Körpergewicht an den Tagen 1 und 8) und Pembrolizumab (200 mg an Tag 1) alle 3 Wochen, gefolgt von einer radikalen Zystektomie mit pelviner Lymphknotendissektion sowie einer adjuvanten Therapie mit 5 Zyklen EV und 13 Zyklen Pembrolizumab, 2. Behandlung mit neoadjuvantem Cisplatin + Gemcitabin in 4 Zyklen: Cisplatin (70 mg pro m2 Körperoberfläche an Tag 1 + Gemcitabin (1 g pro m2 an den Tagen 1 und 8) alle 3 Wochen), gefolgt von einer radikalen Zystektomie mit pelviner Lymphknotendissektion. Primärer Endpunkt war das ereignisfreie Überleben (EFS); wichtige sekundäre Endpunkte waren das Gesamtüberleben (OS) und die pathologische Komplettremission (pCR). Zudem wurde die Sicherheit bewertet. Die Studienfinanzierung übernahmen Merck Sharp & Dohme, Astellas und Seagen (12/2023 von Pfizer übernommen). Insgesamt waren 405 Teilnehmer in der Gruppe mit EV + Pembrolizumab und 403 in der Gruppe mit Cisplatin + Gemcitabin. Die mediane Zeit von der Randomisierung bis zum Datenschnitt betrug 33,6 Monate (Spanne 22,5–53,6). Insgesamt unterzogen sich 86,7 % der Teilnehmer in der Gruppe mit EV + Pembrolizumab und 89,6 % der Teilnehmer in der Gruppe mit Cisplatin + Gemcitabin einer Zystektomie. Ereignisfreies Überleben deutlich verbessert Nach 2 Jahren betrug das geschätzte EFS 79,4 % unter EV + Pembrolizumab und 66,2 % unter Cisplatin + Gemcitabin (Hazard Ratio [HR] für ein Ereignis oder Tod: 0,53; 95%-Konfidenzintervall [KI] 0,41–0,70; p<0,001). Das geschätzte OS lag bei 86,9 % bzw. 81,3 % (HR für Tod 0,65; 95 %-KI 0,48 bis 0,89; 2-seitiger p-Wert = 0,006). Eine pCR trat bei 55,8 % bzw. 32,5 % der Teilnehmer ein (p < 0,001). Die Inzidenz unerwünschter Ereignisse des Grades 3 oder höher (jeglicher Ursache) betrug 75,7 % unter EV + Pembrolizumab und 67,2 % unter Cisplatin + Gemcitabin. (ms/BIERMANN) Das könnte Sie ebenfalls interessieren: Sacituzumab Govitecan plus Pembrolizumab als perioperative Therapie bei muskelinvasivem Blasenkrebs Muskelinvasiver Blasenkrebs: Kombinationstherapie ermöglicht Blasenerhalt
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