Abnahme des Hörvermögens: Weitreichende psychosoziale Folgen

Hörvermögen
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Eine kürzlich in der Fachzeitschrift „Ear and hearing“ veröffentlichte Studie beschäftigt sich mit dem Längsschnittverhältnis zwischen Hörvermögen in Umgebungslärm und psychosozialen Gesundheitschädigungen wie Einsamkeit, Dysphorie, Depression, Dysstress und Somatisierung bei Erwachsenen zwischen 18 und 70 Jahren.

Ein weiterer Zielparameter war der Einfluss einer fünfjährigen Periode von Hörminderung bei Umgebungslärm auf das psychosoziale Funktionieren.
Die Fähigkeit, Sprache bei Umgebungslärm wahrzunehmen (hier: Sprachwahrnehmungsschwelle, SRT) wurde mittels eines onlinebasierten Digit Triplet Tests zu Baseline und bei einem 5-Jahres-Follow-up evaluiert. Der psychosoziale Gesundheitsstatus wurde unter Zuhilfenahme von Online-Fragebögen festgestellt.
Eine verminderte SRT steht längsschnittlich mit emotionaler und sozialer Einsamkeit in Zusammenhang. Bei Teilnehmern mit hohem Bildungsniveau war der längsschnitt­liche Zusammenhang zwischen SRT und sozialer Einsamkeit besonders ausgeprägt. Es wurden keine längsschnittlichen Zusammenhänge zwischen Hörfähigkeit und Dysphorie, Depression, Dysstress oder Somatisierung festgestellt.
Eine Abnahme des Hörvermögens bei Umgebungslärm führte für verchiedene Subgruppe zu verstärkter Einsamkeit, sofern die Betroffenen im Untersuchungszeitraum von 5 Jahren permanent auf eine Hörhilfe verzichteten. Die Autoren bezeichnen die Ergebnisse ihrer Studie als „alarmierend“ und machen auf die Notwendigkeit weiterer Studien aufmerksam.

 

Autor: Stam et al.
Korrespondenz: Section Ear & Hearing, Department of Otolaryngology-Head and Neck Surgery, VU University Medical Center and EMGO Institute for Health and Care Research, Amsterdam, Niederlande
Studie: Change in Psychosocial Health Status Over 5 Years in Relation to Adults‘ Hearing Ability in Noise
Quelle: Ear Hear 2016 Nov/Dec;37(6):680–689
Web: http://journals.lww.com/ear-hearing