Adipositas: Inkretinbasierte Therapie bei Menschen ohne Diabetes28. August 2024 © Maya Kruchancova – stock.adobe.com (Symbolbild) Die Prävalenz von Adipositas ist in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen. Eine Metaanalyse untersucht die Wirksamkeit inkretinbasierter Therapien mit Semaglutid oder Tirzepatid bei adipösen Menschen ohne Diabetes. Die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas hat sich seit den 1970er-Jahren fast verdreifacht und stellt eine große Belastung für das Gesundheitswesen dar. Adipositas erhöht das Risiko, an Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und bestimmten Krebsarten zu erkranken und korreliert auch mit einer geringeren Lebenserwartung und Lebensqualität. Eine wirksame inkretinbasierte Therapie ist vielversprechend für die Behandlung von Adipositas und reduziert die Häufigkeit kardiovaskulärer Ereignisse bei Patienten mit vorbestehenden Erkrankungen. Eine systematische Überprüfung und Metaanalyse durch Wissenschaftler der Universität Kopenhagen, Dänemark, fokussierte sich auf die Wirksamkeit und Sicherheit inkretinbasierter Adipositastherapien bei Menschen mit Adipositas ohne Diabetes, namentlich 1-mal wöchentlich subkutan verabreichtes Semaglutid 2,4 mg und Tirzepatid 10 oder 15 mg. Von den 744 identifizierten Datensätzen schlossen die Autoren 7 randomisierte kontrollierte Studien (n=5140 Teilnehmer) ein. Insgesamt 5 Studien mit 3288 Teilnehmern untersuchten Semaglutid und 2 Studien mit 1852 Teilnehmern bewerteten Tirzepatid. Der Behandlungseffekt, angegeben als placebosubtrahierte Differenz, auf das Körpergewicht betrug −15,0% (95%-KI −17,8 bis −12,2) mit −12,9%(95%-KI −14,7 bis −11,1) für Semaglutid und −19,2% (95%-KI −22,2 bis −16,2) für Tirzepatid. Der Behandlungseffekt auf den Taillenumfang lag bei −11,4 cm (95%-KI −13,7 bis −9,2) mit −9,7 cm (95%-KI −10,8 bis −8,5) für Semaglutid und −14,6 cm (95%-KI −15,8 bis −13,4) für Tirzepatid. Die unerwünschten Ereignisse im Zusammenhang mit Semaglutid und Tirzepatid waren von leichtem bis mittlerem Schweregrad und betrafen vor allem den Magen-Darm-Trakt. Sie traten während der Dosistitrierungsphase häufiger auf und flachten während der Behandlungsdauer ab. FazitZusammengefasst bestätigen diese Ergebnisse laut den Autoren, dass 1-mal wöchentlich subkutan verabreichtes Semaglutid 2,4 mg und Tirzepatid 10 oder 15 mg zu einer starken Verringerung des Körpergewichts und des Taillenumfangs führen und im Allgemeinen gut verträglich sind. (bi) Autoren: Müllertz ALO et al.Korrespondenz: Signe Sørensen Torekov; [email protected]Studie: Potent incretin-based therapy for obesity: A systematic review and meta-analysis of the efficacy of semaglutide and tirzepatide on body weight, waist circumference and safetyQuelle: Obes Rev 2024;25(5):e13717.Web: https://doi.org/10.1111/obr.13717
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