Tirzepatid verbessert Schlafapnoe bei Menschen mit Adipositas10. Juli 2026 Foto: bierwirm/stock.adobe.com GLP-1-Rezeptoragonisten werden vorrangig zur Gewichtsreduktion eingesetzt. Wie sich die Medikamente bei Obstruktiver Schlafapnoe (OSA) auswirken, zeigt eine aktuelle Metaanalyse: Tirzepatid reduzierte nicht nur das Gewicht, sondern auch Atemaussetzer. Adipositas ist ein entscheidender, aber reversibler Risikofaktor für die Obstruktive Schlafapnoe (OSA). GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) werden inzwischen auch bei adipösen Menschen ohne Diabetes zur Gewichtsreduktion eingesetzt und können sich positiv auf die OSA auswirken. Eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse eines chinesischen Forschungsteams zeigt nun, dass mit Tirzepatid möglicherweise die größten Verbesserungen erzielt werden können. Ihre Ergebnisse haben die Autoren in „Respiratory Medicine“ veröffentlicht. Metaanalyse wertete zehn Studien mit 1280 OSA-Patienten aus Die Forschenden durchsuchten die gängigen Datenbanken PubMed, Web of Science, Cochrane Library und Embase bis zum Cut-Off-Datum am 18.05.2025. Sie schlossen acht randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) und zwei nicht randomisierte Studien mit insgesamt 1280 OSA-Patienten ein und führten paarweise Metaanalysen sowie Bayes‘sche Netzwerk-Metaanalysen (NMA) durch. Dabei zeigte sich, dass SGLT-2-Inhibitoren und GLP-1-RA ebenso wie Tirzepatid den Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant senken konnten. SGLT-2-Inhibitoren reduzierten den AHI dabei im Mittel um 7,73 Ereignisse pro Stunde (95 %-KI -9,83 bis -5,64), GLP-1-RA um 5,19 Ereignisse pro Stunde (95 %-KI -6,87 bis -3,51) und Tirzepatid um 21,89 Ereignisse pro Stunde (95 %-KI -26,01 bis -17,77). Tirzepatid erzielte die stärkste Reduktion des Apnoe-Hypopnoe-Index Die Ergebnisse der NMA deuten darauf hin, dass Tirzepatid den AHI am stärksten reduziert (-21,85 Ereignisse/h; 95 %-KI -27,52 bis -16,34). Außerdem konnten mit Tirzepatid die größten Effekte hinsichtlich Gewichtsverlust und Blutdruck erzielt werden: Die Patienten verloren im Mittel 19,41 Kilogramm (95 %-KI -21,00 bis -17,82), der systolische Blutdruck sank im Mittel um 5,86 mmHg (95 %-KI -7,97 bis -3,74) und der diastolische Blutdruck im Mittel um 1,96 mmHg (95 %-KI -3,45 bis -0,46). „Basierend auf dieser indirekten Evidenz scheint Tirzepatid damit die größte geschätzte Reduktion des AHI zu bewirken, vermutlich aufgrund seiner gewichtsreduzierenden Wirkung“, schlussfolgern die Autoren. Ob Tirzepatid für Patienten mit Adipositas-bedingter OSA eine zusätzliche oder alternative Behandlungsoption bietet, müsse allerdings noch weiter untersucht werden. (mkl/BIERMANN)
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