Adjuvante Therapie beim lokalisierten Nierenzellkarzinom nach Nephrektomie: Nivolumab plus Ipilimumab nicht wirksamer als Placebo31. August 2023 NEW YORK (Biermann) – Senkt Nivolumab plus Ipilimumab bei Patienten mit lokalisiertem Nierenzellkarzinom ein hohes Rezidivrisiko nach einer Nephrektomie? Aktuelle Daten aus Teil A der CheckMate-914-Studie sprechen nicht dafür. In die doppelblinde, randomisierte Phase-III-Studie waren Patienten mit lokalisiertem klarzelligen Nierenzellkarzinom mit hohem Rezidivrisiko eingeschlossen worden, deren radikale oder partielle Nephrektomie zwischen 4 und 12 Wochen vor der Randomisierung erfolgt war. Teil A wurde an 145 Krankenhäusern und Krebszentren in 20 Ländern durchgeführt. Die 816 Patienten (580 Männer [71 %]; 236 Frauen [29 %]) wurden 1:1 für Nivolumab (240 mg) intravenös alle 2 Wochen über 12 Dosen plus Ipilimumab (1 mg/kg) intravenös alle 6 Wochen über 4 Dosen (n=405) oder passende Placebos (n=411) randomisiert, stratifiziert nach TNM-Stadium und Nephrektomie (partiell vs. radikal; 28.08.2017–16.03.2021). Der erwartete Behandlungszeitraum betrug 24 Wochen und die Behandlung konnte bis Woche 36 fortgesetzt werden, wobei Behandlungsverzögerungen möglich waren. Bei einer medianen Nachbeobachtung von 37,0 Monaten (IQR 31,3–43,7) wurde das mediane DFS in der Nivolumab-plus-Ipilimumab-Gruppe nicht erreicht und betrug in der Placebo-Gruppe 50,7 Monate (95 %-KI 48,1 bis nicht schätzbar; HR 0,92; 95 %-KI 0,71–1,19; p=0,53). Die für die geplante Zwischenanalyse des OS erforderliche Anzahl von Ereignissen wurde zum Zeitpunkt des Datenschnitts nicht erreicht: Es traten nur 61 Ereignisse auf (33 in der Nivolumab-plus-Ipilimumab-Gruppe und 28 in der Placebo-Gruppe). Unerwünschte Ereignisse von Grad 3–5 beobachteten die Wissenschaftler um Prof. Robert Motzer vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York, USA, bei 155/404 Patienten, die Nivolumab plus Ipilimumab erhielten (38 %), und 42/407 Patienten, die Placebo erhielten (10 %). Nebenwirkungen jeglicher Ursache führten bei 129/404 Patienten zum Absetzen von Nivolumab plus Ipilimumab (32 %) und bei 9/407 Patienten zum Absetzen von Placebos (2 %). Auf die Kombination wurden 4 Todesfälle zurückgeführt. Die Studie wird von einem Kommentar begleitet (doi.org/10.1016/S0140-6736(22)02631-9). (sf) Autoren: Motzer R et al.Korrespondenz: [email protected]Studie: Adjuvant nivolumab plus ipilimumab versus placebo for localised renal cell carcinoma after nephrectomy (CheckMate 914): a double-blind, randomised, phase 3 trialQuelle: Lancet 2023;401(10379):821–832.Web: doi.org/10.1016/S0140-6736(22)02574-0
Mehr erfahren zu: "Nierenzellkarzinom ASPSCR1::TFE3: Neue Ansatzpunkte für die Therapie identifiziert" Weiterlesen nach Anmeldung Nierenzellkarzinom ASPSCR1::TFE3: Neue Ansatzpunkte für die Therapie identifiziert Aktuelle Studienergebnisse aus China deuten auf neue zielgerichtete und immuntherapeutische Strategien zur Behandlung des Nierenzellkarzinoms (RCC) ASPSCR1::TFE3 hin.
Mehr erfahren zu: "Prostatakrebs: STAMPEDE-Analyse zeigt Einfluss von Metastasierungsvolumen und Nodalstatus" Weiterlesen nach Anmeldung Prostatakrebs: STAMPEDE-Analyse zeigt Einfluss von Metastasierungsvolumen und Nodalstatus Eine Post-hoc-Analyse von fünf Studien der STAMPEDE-Plattform (Systemic Therapy in Advancing or Metastatic Prostate Cancer: Evaluation of Drug Efficacy) zeigt, wie verschiedene PSA-Nadir-Werte während der Behandlung mit dem Gesamtüberleben zusammenhängen.
Mehr erfahren zu: "Hautkrebs im Gesicht: Ultraschall zeigt, wie tief der Tumor wächst" Hautkrebs im Gesicht: Ultraschall zeigt, wie tief der Tumor wächst Hochfrequenter Ultraschall kann bei bestimmten Hauttumoren helfen zu klären, wie tief der Tumor bereits gewachsen ist. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) jetzt hin.