Ältere Erwachsene mit CKD: Viele Betroffen möchten in Entscheidung über Dialyse einbezogen werden

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Ältere Erwachsene mit Nierenversagen stehen vor präferenzabhängigen Entscheidungen über den Beginn einer Dialysebehandlung. Obwohl entsprechende Empfehlungen existieren, werden nur wenige in eine gemeinsame Entscheidungsfindung zusammen mit dem Arzt einbezogen.

Dabei ist nach wie vor eine Unsicherheit der Ärzte darüber, inwieweit sich ältere Patienten an der Entscheidungsfindung beteiligen möchten, ein zentrales Hindernis. Nun zeigte sich, dass die meisten älteren Erwachsenen mit fortgeschrittener CKD eine kooperative oder aktive Rolle bei der Entscheidungsfindung bevorzugen. Angemessene, auf die Vorlieben der Patienten abgestimmte Informationen waren entscheidend für die Zufriedenheit.

In ihre Längsschnittstudie nahmen die Forscher 363 Patienten im Alter ≥70 Jahren mit CKD im Stadium 4–5, die nicht dialysepflichtig waren, auf. Das Durchschnittsalter betrug 78±6 Jahre, 42 % waren weiblich und 21 % hatten einen höheren Schulabschluss. Die Vorlieben der Patienten in Bezug auf die Beteiligung an der Entscheidungsfindung bewerteten die Autoren mithilfe der Control Preferences Scale (Skala für Kontrollpräferenzen), die den Grad der Beteiligung an der Entscheidungsfindung widerspiegelt: aktive Rolle (der Patient möchte die endgültige Entscheidung treffen), kooperative (der Patient möchte die Entscheidungsfindung mit dem Arzt teilen) oder passive (der Patient möchte, dass der Arzt die endgültige Entscheidung trifft). Semistrukturierte Interviews über Engagement und Entscheidungsfindung führten die Experten 2-malig (2019, 2020) mit Patienten und Ärzten durch.

Die Antworten auf der Skala spiegelten wider, dass sich die Patienten lieber aktiv (48 %) oder kooperativ (43 %) als passiv (8 %) engagieren wollten. Die bevorzugten Rollen blieben bei der 3-monatigen Nachuntersuchung stabil. Die Interviews beantworteten 76 Teilnehmer (45 Patienten, 31 Ärzte).

Es kristallisierten sich 4 Themen heraus: Die von den Patienten bevorzugten Rollen spiegeln den Grad der Beteiligung an der Entscheidungsfindung wider; die Ärzte kontrollieren den Informationsfluss, insbesondere in Bezug auf die Prognose; der klinische Ansatz wird an die von den Patienten bevorzugten Rollen angepasst; das Eingehen der Ärzte auf die von den Patienten bevorzugten Rollen fördert die Zufriedenheit der Patienten mit der Entscheidungs­findung. (jh)