Ältere Menschen mit Typ-2-Diabetes werden häufig mit Sulfonylharnstoffen oder Insulin überbehandelt29. September 2017 Symbolbild: Ältere Menschen © Photographee.eu – fotolia.com Eine neuere Studie aus Großbritannien geht der Frage nach, inwieweit ältere Personen mit Typ-2-Diabetes mit Sulfonylharnstoffen oder Insulin überbehandelt werden. Auch Typ-2-Diabetiker mit chronischen Nierenerkrankungen oder Demenz wurden in die Studie eingeschlossen. Mit dem ECLIPSE Live-Software-Tool wurden die Daten von älteren Menschen (Alter ≥ 70 Jahre) mit Typ-2-Diabetes untersucht, denen in den letzten 90 Tagen Sulfonylharnstoffe oder Insulin verschrieben wurde. Es wurden die Daten von 24.661 älteren Personen ausgewertet, darunter 3862 (15,7 %) Typ-2-Diabetiker. Aus der Gruppe der Typ-2-Diabetiker wurden 1379 (35,7 %) Personen Sulfonylharnstoffe oder Insulin verschrieben. Das mediane Alter der Studienkohorte betrug 78 Jahre. Insgesamt hatten 644 Personen (47,8 %) eine chronische Nierenerkrankung (geschätzte GFR < 60 mL/min/1.73m2) und 60 Personen (4,35 %) Demenz. Die mediane HbA1c-Konzentration für die gesamte Kohorte betrug 58 (51-69) mmol/mol [7,5(6,8-8,5) %], ohne Unterschied im medianen HbA1c zwischen Personen mit oder ohne chronische Nierenerkrankung oder Demenz. Insgesamt hatten 400 ältere Menschen (29,9 %) eine HbA1c-Konzentration < 53 mmol/mol (7 %), von denen 162 (12,1 %) sogar eine HbA1c-Konzentration < 48 mmol /mol (6,5 %) aufwiesen. Durch die Verschreibung von Sulfonylharnstoffen, Insulin oder kombinierten Insulin- und Sulfonylharnstofftherapien hatten 282 (35,2 %), 93 (24,2 %) und 25 (16,3 %) Personen einen HbA1c-Wert < 53 mmol /mol (7,0 %). Ein HbA1c-Zielwert von < 53 mmol /mol (7,0 %) war bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung oder Demenz ebenso häufig wie bei Diabetikern ohne diese Komorbiditäten. In der untersuchten Kohorte von älteren Menschen mit Typ-2-Diabetes, die mit Sulfonylharnstoffen oder Insulin behandelt wurden, waren Überbehandlungen häufig. Sogar bei Patienten mit Komorbiditäten, welche das Hypoglykämie-Risiko erhöhen, traf dies zu. Autoren: Hambling CE et al. Korrespondenz: Diabetes Research Centre, University of Leicester, Leicester General Hospital, Leicester Studie: Older people with Type 2 diabetes, including those with chronic kidney disease or dementia, are commonly overtreated with sulfonylurea or insulin therapies. Quelle: Diabet Med. 2017 Sep;34(9):1219-1227. Web: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/dme.13380/abstract;jsessionid=70375570F73285895917D8F5A4F33A62.f03t01
Mehr erfahren zu: "DRN: KI-gestützter Bluttest könnte Früherkennung verbessern" DRN: KI-gestützter Bluttest könnte Früherkennung verbessern Ein durch Künstliche Intelligenz (KI) unterstütztes Modell, das auf der Analyse von 71 Blutproteinen basiert, könnte das Risiko einer diabetischen Netzhautdegeneration frühzeitig vorhersagen. Dadurch ließen sich gefährdete Patienten möglicherweise bereits […]
Mehr erfahren zu: "EKFZ für Optogenetische Therapien: Erste von vier Else-Kröner-Professuren gestartet" EKFZ für Optogenetische Therapien: Erste von vier Else-Kröner-Professuren gestartet PD Dr. Christian van Oterendorp hat zum 1. Mai die Else-Kröner-Professur für Translationale Ophthalmologie an der Klinik für Augenheilkunde der Universitätsmedizin Göttingen angetreten.
Mehr erfahren zu: "Diabetische Retinopathie: Vielversprechender Ansatz für zielgerichtete Therapien" Diabetische Retinopathie: Vielversprechender Ansatz für zielgerichtete Therapien Ein internationales Forscherteam unter Mannheimer Leitung hat Lipidmetaboliten als zentralen Treiber krankhafter Gefäßbildung im Auge identifiziert.