Ärzte entlasten, MFA aufwerten30. November 2022 Foto: Robert Kneschke/stock.adobe.com Seit 2014 fördern die AOK Baden-Württemberg und die Bosch BKK die Tätigkeit der Entlastungsassistentin in der Facharztpraxis (EFA®). Diese übernimmt delegationsfähige Aufgaben, trägt zur Verbesserung der Patientenversorgung bei und wertet das Berufsbild der MFA auf. Im gemeinsamen FacharztProgramm gibt es nach Angaben von AOK, BKK und MEDI mittlerweile Fortbildungsangebote in sieben Fachgebieten: Gastroenterologie, Kardiologie, Neurologie, Orthopädie, Rheumatologie, Pneumologie und Urologie. Im Jahr 2022 werden bis zum Jahresende zusätzlich zu den bereits 534 tätigen EFA weitere 40 ihre Fortbildung beendet haben. Honoriert wird die Tätigkeit der EFA im Facharztvertrag mit einem Zuschlag von fünf Euro pro Quartal für alle Patienten, die aufgrund ihrer Erkrankung einer besonderen Betreuung und Beratung bedürfen. Abrechenbar sind bei einer Vollzeit-EFA bis zu 400 Zuschläge pro Quartal. Die Anerkennung der EFA ist an die vereinbarte Fortbildung gekoppelt, die von der Landesärztekammer zertifiziert ist. „Sie befähigt die EFA zu einer Vielzahl delegierbarer Aufgaben und bedeutet eine persönliche und fachliche Weiterentwicklung der MFA-Kompetenzen durch maßgeschneiderte Schulungen und Vorträge mit ausgezeichneten Referenten,“ betonen die beiden EFA-Ausbilderinnen Isabelle Gaßner und Stefanie Teifel. Neben den medizinischen Inhalten werden wichtige Kompetenzen vermittelt. Unter anderem zu Themen wie Kommunikation und Gesprächsführung, Wahrnehmung und Motivation oder Interaktion mit chronisch kranken Patienten. Zuständig ist das Institut für fachübergreifende Fortbildung und Versorgungsforschung der MEDI Verbünde e.V (IFFM). Für 2023 ist ein Curriculum für das Fachgebiet Nephrologie und eine Neuausrichtung der EFA-Fortbildung für das Fachgebiet Gastroenterologie in Vorbereitung. Außerdem wird derzeit für alle Fachbereiche ein EFA-Manual erstellt – ein kompaktes Handbuch für die Kitteltasche –, das wichtige Fragen im Praxisalltag beantwortet und direkt anwendbares Wissen für die EFA enthält. Dr. Norbert Smetak, stellvertretender Vorsitzender von MEDI Baden-Württemberg und Chef des IFFM, erklärt zum Stellenwert der EFA: „Die ärztliche Arbeitszeit in der ambulanten Versorgung wird bekanntlich zunehmend knapper. Die Delegation von Aufgaben an qualifizierte EFA in gut funktionierenden Teampraxen wird deshalb in Zukunft noch wichtiger werden als bisher schon. Ich kann daher nur bestens empfehlen, in die Fortbildung zur EFA zu investieren. Es lohnt sich auf jeden Fall, denn EFA stellen in vielen Bereichen, etwa bei der Behandlung betreuungsintensiver Patienten, eine wichtige Unterstützung dar.“ Und motivierte und qualifizierte EFA fördern so ganz nebenbei und meist unbewusst eine positive Patienten-Praxis-Bindung.
Mehr erfahren zu: "Oberschenkelfraktur im Alter: Neue Leitlinie verbindet OP und Begleiterkrankungen" Oberschenkelfraktur im Alter: Neue Leitlinie verbindet OP und Begleiterkrankungen Die Behandlung von älteren Menschen mit einem hüftgelenknahen Oberschenkelbruch wird weiter verbessert. Grundlage dafür ist die neue S3-Leitlinie „Pertrochantäre Oberschenkelfrakturen“. Darauf hat die DGOU hingewiesen.
Mehr erfahren zu: "Die Vorbereitung auf den Ernstfall – eine „immense Herausforderung“" Die Vorbereitung auf den Ernstfall – eine „immense Herausforderung“ Das Thema „Katastrophen, Krisen, Krieg“ (3K) ist inzwischen die neue Normalität, die auch auf O&U-Kongressen abgebildet wird. In Baden-Baden wurde ein Rückblick, Update und Ausblick zur zivil-militärischen Zusammenarbeit geboten.
Mehr erfahren zu: "Weiterbildung in Deutschland und Österreich: „Gipfeltreffen“ auf dem VSOU-Kongress" Weiterbildung in Deutschland und Österreich: „Gipfeltreffen“ auf dem VSOU-Kongress In Deutschland wird zum Facharzt weitergebildet, in Österreich ausgebildet. Beides dauert 72 Monate. Wo die wichtigsten Gemeinsamkeiten, Unterschiede und jeweiligen Herausforderungen bei der Weiterbildung liegen, war Thema auf dem VSOU-Kongress.