Aktive Bewegungsschienen nach Kreuzbandriss: Keine Studie zeigt, dass Betroffene profitieren9. Juli 2024 Nach vorderen Kreuzbandrupturen scheint Physiotherapie nicht unterlegen zu sein bei der Mobilisierung der Patienten gegenüber dem Training mit aktiven Bewegungsschienen. (Foto: Adam Gregor – stock.adobe.com) Die erste Herstellerstudie zum selbstständigen Training zu Hause mit CAM-Schienen wurde abgebrochen. Deshalb gibt es weiterhin keinen Anhaltspunkt für Nutzen und Schaden der Methode, berichtet das IQWiG. Kniegelenk stabilisieren, Schmerzen und Schwellungen reduzieren, Kniearthrose verhindern sowie die Fähigkeit wiederherstellen, den Beruf oder Sport auszuüben – das sind die Behandlungsziele der Rehabilitation nach einem Kreuzbandriss, häufig nach einer Operation. Ob Patienten mit einem Riss des vorderen Kreuzbands während der Rehabilitation vom selbstständigen Training mit aktiven Bewegungsschienen (CAM-Schiene, CAM = Continuous Active Motion, eine Schiene ohne Motor), die das betroffene Bein mobilisieren, profitieren im Vergleich zur Physiotherapie allein, konnte auch eine dritte Studie nicht zeigen: Die Herstellerstudie an Patientinnen und Patienten im häuslichen Bereich nach einer operativen Rekonstruktion des vorderen Kreuzbands liefert keine Daten, aus denen sich ein Nutzen ableiten ließ, berichtet das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Deshalb bleibe es im aktuellen Rapid Report bei demselben Ergebnis, zu dem das Institut bereits im Mai 2017 bei seiner Nutzenbewertung kam: „Es gibt keinen Anhaltspunkt für einen Nutzen oder Schaden der sogenannten CAM-Schienen bei Patientinnen und Patienten mit einer operativ versorgten vorderen Kreuzbandriss. Studien zu Personen ohne Operation fehlen weiterhin, laufende oder geplante Studien wurden nicht identifiziert.” Abbruch der Erprobungsstudie nach Interimsauswertung Nach der ersten Nutzenbewertung des IQWiG im Jahr 2017 setzte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) das Bewertungsverfahren für CAM-Schienen beim Kreuzbandriss bis 31.10.2023 aus, um das Potenzial der Methode als eine Behandlungsalternative gegenüber der standardisierten physiotherapeutischen Rehabilitation in einer Erprobungsstudie (gemäß § 137e SGB V) klären zu lassen. Daraufhin startete ein Hersteller auf eigene Kosten eine entsprechende Studie, die allerdings bald abgebrochen wurde. Der Hersteller begründete den Abbruch mit Schwierigkeiten, genügend Teilnehmende für die Studie mit CAM-Schienen zu finden, nachdem ab 2019 die CPM-Schienen (CPM = Continuous Passive Motion, eine Schiene mit Motor) immer üblicher wurden. Die bis dahin generierten Studiendaten zeigten zu keiner der untersuchten Zielgrößen einen Vor- oder Nachteil der Methode gegenüber einer Rehabilitation ohne Schiene, erläutert das IQWiG. Zum Ablauf der Berichtserstellung Der G-BA hatte das IQWiG im Dezember 2023 beauftragt, den Bericht zu aktiven Kniebewegungsschienen zur Selbstanwendung bei Rupturen des vorderen Kreuzbandes, eine Aktualisierung zum Auftrag N16-01, in einem beschleunigten Verfahren als „Rapid Report“ zu erarbeiten. Zwischenprodukte wurden daher nicht veröffentlicht und nicht zur Anhörung gestellt. Dem Auftraggeber ist dieser nun veröffentlichte Rapid Report am 03. Juni 2024 zugegangen.
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