Aktivität in der Freizeit senkt Schmerzmittelbedarf – nicht aber im Job18. Juli 2025 © Seventyfour – stock.adobe.com (Symbolbild) Leitlinien empfehlen körperliche Aktivität als wirksame nichtpharmazeutische Maßnahme gegen muskuloskelettale Schmerzen. Körperliche Aktivität ist jedoch nicht gleich körperliche Aktivität, besagt das Bewegungsparadox. Eine aktuelle prospektive Untersuchung konnte bestätigen, dass moderate bis intensive Aktivität (MVPA) in der Freizeit den Gebrauch von verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln aufgrund von muskuloskelettalen Schmerzen reduzieren kann. Ein solcher Zusammenhang scheint bei einem ähnlichen Maß von körperlicher Aktivität im beruflichen Kontext allerdings nicht zu bestehen. Für die Studie wurden bei 824 Arbeitnehmern während der Arbeit sowie in der Freizeit Daten zur körperlichen Aktivität erfasst. Die 24-h-Messung der körperlichen Aktivität erfolgte über einen am Oberschenkel getragenen Beschleunigungsmesser. Bei den Aktivitäten wurde zwischen Sitzen, Stehen, leichter körperlicher Aktivität, MVPA und der Zeit im Bett unterschieden. Die eingelösten verschreibungspflichtigen Schmerzmittelrezepte wurden während einer 4-jährigen Nachbeobachtungszeit aus dem dänischen nationalen Verschreibungsregister abgerufen. Der prospektive Zusammenhang zwischen beruflicher und freizeitlicher körperlicher Aktivität und der Anzahl der eingelösten verschreibungspflichtigen Schmerzmittel wurde unter Berücksichtigung potenzieller Störfaktoren mit einem verallgemeinerten linearen Modell analysiert. Während der Nachbeobachtungszeit lösten 53% der Arbeitnehmer ein Rezept für Schmerzmittel ein. In der Freizeit war eine um 30 min höhere MVPA/Tag mit einem um 23% geringeren Risiko (RR=0,77; 95%-KI 0,64–0,94) für die Einlösung eines Schmerzmittelrezeptes verbunden. Im Gegensatz dazu gab es keinen Zusammenhang zwischen der körperlichen Aktivität am Arbeitsplatz und dem Risiko, ein Schmerzmittelrezept einzulösen (RR 1,04; 95%-KI 0,89–1,20). Fazit MVPA in der Freizeit war mit einem geringeren Risiko für die Einnahme von Schmerzmitteln assoziiert, während für berufliche MVPA kein positiver Zusammenhang festgestellt wurde. Diese Ergebnisse stützen die paradoxe Annahme, dass der Kontext der körperlichen Aktivität für die Einnahme von Schmerzmitteln wichtig ist, folgern die Autoren. (ah) Autoren: Kyriakidis S et al. Korrespondenz: Stavros Kyriakidis; [email protected] Studie: Occupational and leisure-time physical activity and prospective musculoskeletal pain-relief prescribed medication among blue-collar workers: 24-h device-measured physical activity and Danish registers. Quelle: J Pain 2025;31:105387. Web: https://doi.org/10.1016/j.jpain.2025.105387
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