Akute venöse Thromboembolie: Blutungsrisiko unter Apixaban geringer als mit Rivaroxaban

In COBRA wurde das Blutungsrisiko von Apixaban und Rivaroxaban bei Patienten mit akuter venöser Thromboembolie vergleichen. (Symbolfoto: ©Matthieu/stock.adobe.com)

Zur Behandlung akuter venöser Thromboembolien sind Apixaban und Rivaroxaban die am häufigsten eingesetzten oralen Antikoagulanzien. Die COBRA-Studiengruppe verglich nun das Blutungsrisiko der beiden Wirkstoffe über die ersten drei Monate nach Behandlungsstart – und identifizierte einen klaren Favoriten.

Bei COBRA handelte es sich um eine internationale Studie mit prospektivem, randomisiertem, offenem und verblindetem Endpunktdesign. An dieser nahmen 2760 Patienten (mittleres Alter 58 Jahre; 44 % weiblich) mit akuter symptomatischer Lungenembolie oder proximaler tiefer Venenthrombose teil. Sie wurden im Verhältnis 1:1 einer Behandlung mit Apixaban (n=1370) oder Rivaroxaban (n=1390) über drei Monate zugewiesen. Apixaban wurde sieben Tage lang in einer Dosis von 10 mg zweimal täglich verabreicht, gefolgt von 5 mg zweimal täglich. Die Verabreichung von Rivaroxaban erfolgte 21 Tage lang in einer Dosis von 15 mg zweimal täglich, gefolgt von 20 mg täglich.

Klinisch relevante Blutungen unter Apixaban seltener

Der primäre Endpunkt war eine klinisch relevante Blutung, definiert als Kombination aus schweren Blutungen oder klinisch relevanten nicht schweren Blutungen gemäß der Definition der International Society on Thrombosis and Haemostasis (ISTH) während des dreimonatigen Studienzeitraums. Zu den sekundären Endpunkten gehörte die Gesamtmortalität. Die Studienergebnisse wurden im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht.

Diesen zufolge trat ein primäres Endpunktereignis trat bei 3,3 Prozent der Patienten in der Apixaban-Gruppe und bei 7,1 Prozent in der Rivaroxaban-Gruppe auf (relatives Risiko [RR] 0,46; 95 %-KI 0,33– 0,65; p<0,001). Es verstarben ein Patient (0,1 %) in der Apixaban- Gruppe und vier Patienten (0,3 %) in der Rivaroxaban-Gruppe aufgrund jeglicher Ursache (RR 0,25; 95 %-KI 0,03–2,26). Insgesamt 36 Patienten (2,7 %) in der Apixaban-Gruppe und 30 Patienten (2,2 %) in der Rivaroxaban-Gruppe erlebten schwerwiegende unerwünschte Ereignisse, die nicht mit Blutungen oder venösen Thrombosen in Zusammenhang standen.

(ah/BIERMANN)