Aldosteron-Synthese als neuer Angriffspunkt in der Hypertonietherapie

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Klinische Daten deuten darauf hin, dass ein gezielter Eingriff in die Aldosteron-Synthese neue Behandlungsoptionen für Patienten mit unzureichend kontrolliertem Blutdruck eröffnen könnte.

Eine Aldosteron-Dysregulation trägt zur Entstehung von Bluthochdruck bei – und gerät daher zur medikamentösen Behandlung einer Hypertension vermehrt in den Fokus. In der Phase-IIb-Studie Advance-HTN war die Einnahme des Aldosteron-Synthase-Hemmstoffes Lorundrostat bei Patienten mit unkontrollierter und therapieresistenter Hypertonie im Vergleich zu Placebo mit einer stärkeren Senkung des durchschnittlichen 24-h-Blutdrucks assoziiert. In einigen Fällen kam es dabei zu einem Anstieg des Serumkaliums in den Bereich einer mittelgradigen bis schweren Hyperkaliämie.

Die doppelt verblindete Studie wurde an 103 Studienzentren in den USA durchgeführt. Daran teil nahmen 285 Patienten, die trotz antihypertensiver Medikation (2–5 Antihypertensiva) bei einer Untersuchung in der Arztpraxis einen Blutdruck von ≥140/90 mmHg aufwiesen (Durchschnittsalter 60 Jahre; 53% Schwarz; 40% weiblich).

Alle Teilnehmer unterzogen sich zunächst einer standardisierten blutdrucksenkenden Behandlung über 3 Wochen. Anschließend erhielten Teilnehmer mit einem durchschnittlichen 24-h-Blutdruck von ≥130/80 mmHg entweder ein Placebo (n=95), Lorundrostat in einer stabilen Dosis von 50 mg täglich (n=94) oder Lorundrostat in einer Anfangsdosis von 50 mg täglich, mit einer Erhöhung auf 100 mg täglich, wenn der systolische Blutdruck nach 4 Wochen ≥130 mmHg war (n=96).

Der primäre Endpunkt war die Veränderung des durchschnittlichen systolischen Blutdrucks über 24 h (24-h-SBP) vom Ausgangswert bis zu Woche 12, bewertet als kleinste quadratische Mittelwertdifferenz vs. Placebo (placebokorrigierte Veränderung) in jeder Lorundrostat-Gruppe. Nach 12 Wochen betrug die kleinste quadratische mittlere Veränderung des durchschnittlichen 24-h-SBP -15,4 mmHg in der Gruppe mit stabiler Dosierung, -13,9 mmHg in der Gruppe mit Dosisanpassung und -7,4 mmHg in der Placebogruppe. Die placebo­korrigierte Veränderung betrug -7,9 mmHg (97,5%-KI -13,3 bis -2,6) in der Gruppe mit stabiler Dosierung und -6,5 mmHg (97,5%-KI -11,8 bis -1,2) in der Gruppe mit Dosisanpassung.

Ein wichtiger sekundärer Endpunkt war die Veränderung des durchschnittlichen 24-h-SBP vom Ausgangswert bis zur Woche 4, bewertet als placebokorrigierte Veränderung in den kombinierten Lorundrostat-Gruppen. Diese lag bei -5,3 mmHg (95%-KI -8,4 bis -2,3). Ein Kaliumspiegel >6,0 mmol/l trat bei 5 Teilnehmern (5%) in der Gruppe mit stabiler Dosierung, bei 7 Teilnehmern (7%) in der Gruppe mit Dosisanpassung und bei keinem Teilnehmer in der Placebogruppe auf.

Fazit
Bei Patienten mit unkontrollierter bzw. therapieresistenter Hypertonie war Lorundrostat mit einer stärkeren Senkung des mittleren 24‑h‑Blutdrucks assoziiert als Placebo. (ah)

Autoren: Laffin LJ et al.
Korrespondenz: Steven E. Nissen; [email protected]
Studie: Lorundrostat Efficacy and Safety in Patients with Uncontrolled Hypertension
Quelle: N Engl J Med 2025;392(18):1813–1823.
Web: https://doi.org/10.1056/NEJMoa2501440