Alexander-von-Lichtenberg-Preis 2017 geht an Prostatakrebszentrum Traunstein13. Oktober 2017 Prof. Dr. Tilmann Kälble (DGU), Alida Cardinal (Takeda) und Preisträger Dr. med. Thomas Hofmann . Foto: DGU Auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) in Dresden konnte das „Prostatakrebszentrum Traunstein“ – repräsentiert durch Dr. med. Thomas Hofmann – den mit 5000 Euro dotierten Alexander-von-Lichtenberg-Preis entgegennehmen. Das Projekt steht nach Ansicht der vierköpfigen Fachjury ganz in der Tradititon einer verantwortungsbewussten und qualitätsorientierten Medizin und wird darüber hinaus den Anforderungen an eine sektorenübergreifende, regionale fachmedizinische Versorgung in vorbildlicher Weise gerecht. Alle Initiatoren des Alexander-von-Lichtenberg-Preises – die Deutsche Gesellschaft für Urologie, der Berufsverband der Deutschen Urologen und die Takeda Pharma Vertrieb GmbH & Co KG – waren 2017 mit der Response auf die Ausschreibung des renommierten Qualitätspreises der niedergelassenen Urologie zwar durchaus zufrieden, hätten sich jedoch eine regere Beteiligung gewünscht. Die eingereichten Arbeiten wiesen eine hohe Qualität auf und es wurde deutlich, dass die teilnehmenden Urologen sich sowohl von qualitätsorientierter Medizin als auch von wissenschaftlichem Interesse leiten lassen. Wenn es darum geht, die ganzheitliche Versorgung ihrer Patienten zu verbessern, ist bei den niedergelassenen Urologen ein hohes Engagement und ein leidenschaftlicher Einsatz für die fachliche Weiterentwicklung der Urologie zu spüren. Das prämierte Projekt Zahlen aus den USA belegen, dass mit einem multidisziplinären Behandlungsansatz bei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom (PCa), eine Verbesserung des tumorspezifischen Überlebens erzielt werden kann. Vor diesem Hintergrund ist die Anzahl von DKG-zertifizierten Prostatakrebszentren in Deutschland kontinuierlich auf 97 angestiegen. Grundsätzlich zeichnet sich bei der „Therapiekaskade“ von Patienten mit PCa ein Trend zur ambulanten Behandlung ab, was bei einer unzureichenden Vernetzung mit den, meist in Kliniken etablierten, Organkrebszentren im ländlichen Raum und strukturschwachen Regionen zu Defiziten in der fachübergreifenden Interaktion führt – zum Beispiel werden klinische Daten nicht erfasst, Untersuchungen doppelt durchgeführt oder die Therapieeffizienz nicht validiert. Eine gewachsene Infrastruktur aus der Urologischen Gemeinschaftspraxis Traunstein und der Abteilung für Urologie am Klinikum Traunstein initiierte bereits 2008 regelmäßige interdisziplinäre uroonkologische Fallkonferenzen. Diese personelle und infrastrukturelle Vernetzung von Niederlassung und Hauptabteilung führte Ende 2012 unter dem Dach eines onkologischen Zentrums zur Gründung des DKG-zertifizierten Prostatakrebszentrums Traunstein. Das Zentrum hat den Anspruch, in die ländliche Region Südostbayerns eine uroonkologische Versorgung aus einer Hand zu implementieren, die den nationalen und internationalen Versorgungsrichtlinien entspricht. Zusätzlich wurde im Jahr 2013 ein Kooperationsmodell etabliert, das fast alle urologischen Facharztpraxen im Raum Südostbayern als zertifizierte Kooperationspartner in das Prostatakrebszentrum Traunstein einbindet. Dieses Projekt wurde für den Alexander-von-Lichtenberg-Preis 2017 ausgewählt, weil es exemplarisch für die praktische Umsetzung eines Modells zur optimierten Versorgung uroonkologischer Patienten steht und weil es die Rolle der niedergelassenen Urologie qualitativ und in der öffentlichen Wahrnehmung neu definiert. Die Jury des Alexander-von-Lichtenberg-Preises gratuliert dem Preisträger, bedankt sich bei allen Teilnehmern für die engagierten Bewerbungen und möchte alle niedergelassenen Urologen und Urologinnen ermutigen, sich im nächsten Jahr um den Preis zu bewerben. Autorin: Marlies Potempa
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