Alkoholbedingte Zirrhose: Abstinenz verbessert Gesamtüberleben erheblich23. August 2024 © Pixel-Shot – stock.adobe.com (Symbolbild) Obwohl die Alkoholabstinenz eine sehr wirksame gesundheitliche Maßnahme bei Menschen mit alkoholbedingter Leberzirrhose sein kann, wurde ihre Assoziation in Bezug auf die klinische Outcomes bislang noch nicht systematisch bewertet oder quantifiziert. Forschende stellten in diesem Kontext daher nun Fragen zur Prävalenz der Alkoholabstinenz, zu den mit einer Alkoholabstinenz assoziierten Faktoren und zu den Auswirkungen der Abstinenz auf die Morbidität und das Gesamtüberleben (OS). Hierzu durchsuchten die Gesundheitsexperten die Literaturdatenbanken Medline und Embase von Anfang an bis zum 15. April 2023 nach prospektiven und retrospektiven Kohortenstudien zu einer Alkoholabstinenz bei Menschen mit bekannter alkoholassoziierter Leberzirrhose und führten eine Metaanalyse durch. Die Forscher setzten die Methode der inversen Varianz unter Verwendung eines Random-Effects-Modells ein, um die HR zu poolen, die die klinischen Outcomes von abstinenten und nichtabstinenten Personen mit alkoholbedingter Leberzirrhose vergleicht. Die Autoren schlossen 19 Studien ein, an denen 18.833 Personen mit alkoholbedingter Leberzirrhose teilnahmen. Die Prävalenz der Alkoholabstinenz betrug 53,8% (95%-KI 44,6–62,7). Bei einer mittleren Nachbeobachtungszeit von insgesamt 48,6 Monaten hatten Personen, die weiterhin Alkohol konsumierten, eine signifikant niedrigere OS-Rate als Personen, die abstinent waren (HR 0,611; 95%-KI 0,506–0,738). Diese Ergebnisse blieben auch in einer Sensitivitätsanalyse für das Vorliegen einer Dekompensation, das Studiendesign und die Studien, die die Abstinenz während der gesamten Nachbeobachtungszeit bewerteten, konsistent. Alkoholabstinenz war auch mit einem geringeren Risiko einer hepatischen Dekompensation assoziiert (HR 0,612; 95%-KI 0,473–0,792). Fazit Eine Alkoholabstinenz korreliert somit mit einer erheblichen Verbesserung des OS bei Menschen mit einer alkoholbedingten Leberzirrhose. Allerdings ist nach neuesten Bewertungen nur die Hälfte der Personen mit bekannter alkoholassoziierter Zirrhose abstinent. (bi) Autoren: Lim WH et al. Korrespondenz: Daniel Q. Huang; [email protected] Studie: Meta-analysis: Prevalence and impact of alcohol abstinence in alcohol-associated cirrhosis Quelle: Aliment Pharmacol Ther 2024;59(6):730–741. Web: https://doi.org/10.1111/apt.17888
Mehr erfahren zu: "Krankenhäuser fürchten neue Milliardenlöcher und Pleiten" Krankenhäuser fürchten neue Milliardenlöcher und Pleiten Die große Mehrheit der deutschen Krankenhäuser ist in finanziell prekärer Lage. Die Einsparungen der Bundesregierung werden die Not einer Umfrage unter Klinikchefs zufolge noch vergrößern.
Mehr erfahren zu: "Weltmännertag: Echte Stärke heißt auch, auf sich selbst zu achten" Weltmännertag: Echte Stärke heißt auch, auf sich selbst zu achten Zum Weltmännertag am 3. November weist das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) auf das Problem hin, dass Männer oftmals nicht genug auf sich selbst achten – mit Folgen für Gesundheit […]
Mehr erfahren zu: "Till Roenneberg auf der DGSM-Jahrestagung: „Unser Körper und unser Büro liegen oft in verschiedenen Zeitzonen“" Till Roenneberg auf der DGSM-Jahrestagung: „Unser Körper und unser Büro liegen oft in verschiedenen Zeitzonen“ Warum unser Körper und unser Arbeitsalltag oft „in verschiedenen Zeitzonen“ unterwegs sind und welche Folgen das für Gesundheit, Produktivität und Unternehmen hat, erläutert der Chronobiologe Prof. Till Roenneberg auf der […]