Alleinige Pharmakotherapie versus zusätzliche Magenverkleinerung12. Juni 2017 © Kurhan – fotolia.com Auch nach 5 Jahren ist laut neuen Studienergebnissen bei Typ-2-Diabetikern mit einem BMI von 27–43 eine bariatrische Operation plus intensiver medikamentöser Therapie effektiver als die alleinige intensive Pharmakotherapie, um die Hyperglykämie zu reduzieren oder – in einigen Fällen – ganz zu beseitigen. Die STAMPEDE Investigators um Dr. Philipp R. Schauer von der Cleveland Clinic beurteilten die 5-Jahres-Ergebnisse von 150 solcher Patienten, die für alleinige intensive Pharmakotherapie oder eine solche plus Magenbypass oder Schlauchmagenbildung randomisiert worden waren. Als primären Endpunkt hatten sie einen HbA1c-Wert von ≤6,0 % mit oder ohne Einsatz von Diabetesmedikamenten festgelegt. Wie Schauer und seine Kollegen berichten, verstarb während dieser Nachbeobachtungsphase ein Patient. Von den verbleibenden 149 Patienten schlossen 134 (90 %) die 5-jährige Nachbeobachtung ab. Eingangs lag das mittlere Alter (±Standardabweichung, SA) der 134 Patienten bei 49±8, 66 % waren Frauen, der mittlere HbA1c-Wert lag bei 9,2±1,5 % und der mittlere BMI bei 37±3,5. Die Auswertung ergab, dass nach 5 Jahren 2/38 Patienten (5%) mit alleiniger intensiver Pharmakotherapie den primären Endpunkt erfüllten, verglichen mit 14/49 Magenbypass-Patienten (29 %) (nicht adjustiert P=0,01; adjustiert P=0,03; P=0,08 in der Intention-to-treat-Analyse) und 11/47 Patienten mit Schlauchmagen (23 %) (nicht adjustiert P=0,03; adjustiert P=0,07; P=0,17 in der Intention-to-treat-Analyse). Zudem zeigten Patienten, die sich einer Operation unterzogen, eine größere prozentuale Reduktion gegenüber dem HbA1c-Ausgangswert als Patienten mit alleiniger Pharmakotherapie (2,1 % vs. 0,3 %; P=0,003). Auch waren nach 5 Jahren die folgenden Parameter bei den Patienten mit bariatrischer Operation stärker verändert: Körpergewicht (-23 %, -19 % respektive -5 % in der Gruppe mit Magenbypass, Schlauchmagen respektive alleiniger Pharmakotherapie), Triglyzeridspiegel (-40 %, -29 % respektive -8 %), HDL-Cholesterin (32 %, 30 % respektive 7 %), Gebrauch von Insulin (-35 %, -34 % respektive -13 %) sowie die Messwerte für die Lebensqualität (Zunahmen beim Punktwert für die allgemeine Gesundheit von 17, 16 respektive 0,3) (P<0,05 für alle Vergleiche). Dabei reichten die Punktwerte auf dem RAND 36-Item Health Survey von 0–100, wobei höhere Werte für eine bessere Gesundheit stehen. Abgesehen von einer erneuten Operation habe es keine gravierenden späten chirurgischen Komplikationen gegeben, ergänzen die Autoren. Autoren: Schauer PR et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Bariatric Surgery versus Intensive Medical Therapy for Diabetes – 5-Year Outcomes Quelle: N Engl J Med 2017;376(7):641–651. Web: dx.doi.org/10.1056/NEJMoa1600869
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