Allrounder für kranke Kinderherzen

Prof. Alex W. Friedrich (r.), Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKM, begrüßt den neuen Klinikdirektor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin – Pädiatrische Kardiologie, Prof. Matthias Sigler, der von der Universitätsmedizin Göttingen nach Münster gewechselt ist. (Foto: Universitätsklinikum Münster)

Seit Anfang Oktober hat die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin – Pädiatrische Kardiologie am Universitätsklinikum Münster einen neuen Direktor: Prof. Matthias Sigler tritt die Nachfolge für den in den Ruhestand verabschiedeten Prof. Hans Gerd Kehl an.

Es ist der Umgang mit Menschen und vor allem die besonderen Konstellationen mit Kindern und Eltern, die Sigler einst zur Pädiatrie und nun nach Münster geführt haben. Begonnen hat der Bielefelder seine ärztliche Laufbahn 1996 an der Uniklinik RWTH Aachen, an der er 2001 seine Facharztausbildung für Kinder- und Jugendmedizin abschloss. Im selben Jahr folgte ein Wechsel an die Universitätsmedizin Göttingen, in der Sigler von 2001 bis 2024 als leitender Oberarzt tätig war und in dieser Zeit viele Zusatzqualifikationen (Kinderkardiologie, spezielle pädiatrische Intensivmedizin, Neonatologie, EMAH – Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern) erwarb. Kein Wunder, dass der zweifache Vater sich selbst im klinischen Kontext als „Allrounder“ bezeichnet, der nicht den ganzen Tag im Katheterlabor verbringt, sondern immer auch in der Ambulanz einen festen Stamm an Familien betreut oder – wie in Göttingen – auch phasenweise eine Intensivstation geleitet hat.

„Prof. Sigler ist sehr gut vernetzt und bringt viel Expertise und langjährige praktische Erfahrung mit nach Münster“, erklärt Prof. Alex W. Friedrich, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKM. „Entsprechend freuen wir uns darüber, dass er sich für das UKM entschieden hat und sich hier künftig um die Beeinträchtigungen der kleinsten Herzpatientinnen und -patienten aus unserer Versorgungsregion kümmern wird.“

Neben dem Kontakt zu Menschen haben den 58-Jährigen aber immer auch die Vielfältigkeit des Fachs und die spannenden Forschungsfragen motiviert. In den vergangenen Jahren hat er etwa ein international renommiertes Labor aufgebaut, in dem kardiovaskuläre Implantate wie Stents, Schirmchen oder Herzklappen im Langzeitverlauf untersucht werden. „Das geht natürlich parallel mit meinem klinischen Interesse an den verschiedenen Krankheitsbildern“, erklärt Sigler, der jetzt vor allem wegen neuer Aufgaben nach Münster gekommen ist: „Ich habe die Herausforderung gesucht, eine Kinderkardiologie zu leiten und zu gestalten – und das nicht nur fachlich, sondern auch nach innen, mit dem gesamten Team, und nach außen, im Zusammenspiel mit Zuweisern und Betroffenen.“

Eine offene klinikübergreifende Kommunikation ist ihm in diesem Zusammenhang ebenso wichtig wie eine gute Verzahnung mit der Forschung und Lehre. Und während in Göttingen die Bereiche EMAH und Neonatologie noch klinikinterne Nebenschwerpunkte für ihn waren, freut Sigler sich in Münster darauf, „dass ich mich jetzt konzentriert auf den Kernbereich Kinderkardiologie, also die Behandlung von Kindern und Familien mit angeborenen Herzfehlern, fokussieren kann“. Auf eine Anbindung zur Neonatologie oder zum Bereich EMAH verzichten muss er deshalb aber keineswegs. Im Gegenteil sieht er in Münster perspektivisch eine enge Zusammenarbeit mit den neuen Kolleginnen und Kollegen, um den gesamten kinderkardiologischen Komplex am UKM in seiner überregional gefragten Kompetenz weiter zu etablieren und am Standort „Teambuilding“ zum Wohle herzerkrankter Kinder zu betreiben.