Alzheimer-Medikament ist bei Frauen weniger wirksam1. April 2025 Frauen scheinen von einer Anti-Amyloid-Therapie weniger zu profitieren als Männer. (Foto: © LIGHTFIELD STUDIOS – stock.adobe.com) Eine Subgruppenanalyse der Zulassungsstudie für Lecanemab deutete darauf hin, dass der Anti-Amyloid-Antikörper bei Frauen einen geringen bis gar keinen Nutzen hat. Eine Simulationsstudie bestätigt nun den geringeren Nutzen von Lecanemab bei Frauen, ohne jedoch den Grund dafür benennen zu können. In der Zulassungsstudie verlangsamte Lecanemab den kognitiven Abbau um insgesamt 27 Prozent, doch eine Subgruppenanalyse deutete auf einen geringen bis gar keinen Nutzen bei Frauen hin, wobei die Ursache für diesen Unterschied unklar blieb. Ein FDA-Ausschuss entschied dennoch einstimmig, dass die Phase-III-Studie den klinischen Nutzen von Lecanemab bestätigte. In der Folgezeit konzentrierten sich mehrere Follow-up-Publikationen auf den potenziellen Geschlechtsunterschied. Um zu prüfen, ob die Lecanemab-Studie tatsächlich einen Geschlechtsunterschied in der Wirksamkeit des Medikaments zeigte, führte der McGill-Doktorand Daniel Andrews in Zusammenarbeit mit Forschern um den Neurowissenschaftler Prof. Louis Collins Simulationsstudien mit öffentlich zugänglichen Daten von Alzheimer-Patienten durch. Diesen legte er dieselben demographischen Daten und Einschränkungen zugrunde wie der Lecanemab-Studie. Auf diesem Weg stellten die Forschenden fest, dass Lecanemab in der Phase-III-Studie bei Frauen wahrscheinlich weniger wirksam war als bei Männern. Es gab jedoch keine ausreichenden Beweise dafür, dass das Medikament bei Frauen völlig unwirksam war. Andrews und Collins resümieren, dass diese Ergebnisse Klinikern helfen könnten zu entscheiden, ob der potenzielle Nutzen von Lecanemab die möglichen Schäden bei weiblichen Patienten überwiegt. Zudem könnten sie als Grundlage für künftige Überlegungen über die Zulassung des Medikaments in anderen Ländern dienen. Und nicht zuletzt zeigten die Ergebnisse auch Wege auf, wie künftige Arzneimittelstudien die Unterschiede zwischen den Geschlechtern besser berücksichtigen können, erklärten die Autoren. Seitdem Lecanemab im Jahr 2023 als zweites Alzheimer-Medikament von der amerikanischen Arzneimittelbehörde zugelassen wurde, sind die Umsätze stetig gestiegen und erreichten im letzten Quartal 2024 einen Wert von 87 Millionen US-Dollar.
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