Amerikanische Faulbrut breitet sich im Landkreis Dahme-Spreewald aus

Bienenvölker müssen auf Anzeichen der Amerikanischen Faulbrut untersucht werden. (Symbolbild) Foto: © Philippe Gillotte – stock.adobe.com

Die Amerikanische Faulbrut hat sich im Landkreis Dahme-Spreewald ausgebreitet. Das Veterinäramt erweitert Schutzvorkehrungen gegen das Bienen-Sterben.

Die Bienenseuche Amerikanische Faulbrut nimmt im Landkreis Dahme-Spreewald größere Ausmaße an. Inzwischen gibt es den fünften Seuchenfall, wie Amtstierärztin Jana Guth mitteilte. Zunächst hatte es im Juli in der Nähe von Mittelwalde einen Ausbruch der bakteriellen Krankheit bei Bienen gegeben. 

Wegen der Ausbreitung der Faulbrut im Norden des Landkreises erweiterte die Veterinärbehörde den Sperrbezirk. Er umfasst Königs Wusterhausen, Schenkendorf, Mittenwalde, Gallun, Bestensee und Zeesen. Alle Bienenvölker und Bienenstände in diesem Gebiet seien auf Amerikanische Faulbrut amtstierärztlich untersuchen zu lassen, hieß es. Das Veterinäramt fordert alle Imker auf, ihre Bienenvölker nicht in den Sperrbereich zu bringen. 

Seuche bedroht Bienenvölker

Die Amerikanische Faulbrut ist für den Menschen und ausgewachsene Bienen nicht gefährlich. Auch der Honig oder andere Bienenprodukte können laut Imkerverband ohne Bedenken verzehrt werden. 

Da die Seuche jedoch die Bienenlarven vernichtet, gehört sie zu den anzeigepflichtigen Tierkrankheiten. Ausgewachsene Bienen können zwar nicht an ihr erkranken, aber sie verbreiten, wodurch es zum Massensterben von Bienenvölkern kommen kann. Bereits im vergangenen Jahr hatte es Fälle der bakteriellen Erkrankung bei Bienen in Brandenburg gegeben.

Der Erreger der Amerikanischen Faulbrut ist das sporenbildende, grampositive Bakterium Paenibacillus larvae. Es sind nur die Sporen infektiös, sie bleiben dies jedoch über Jahrzehnte, da sie ausgesprochen widerstandfähig sind.

Die visuelle Diagnostik der Tierseuche kann im Bienenvolk anhand des klinischen Bildes erfolgen, das dem der Europäischen Faulbrut sehr ähnlich ist. Eine an der Amerikanischen Faulbrut eingegangene Brut bildet jedoch laut durch das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bereitgestellten Informationen in der Regel beim Streichholztest einen schleimigen Faden und einen fest mit dem Zellboden verbundenen Schorf, während sich bei der Europäischen Faulbrut in der Regel keine fadenziehende Masse bildet und die Schorfe locker sitzen.

Verdächtige Brutlarven, Wabenstücke, ganze Waben, Honig-, Bienen- und Gemüllproben oder vor allen Dingen Futterkranz-Proben können zur Labordiagnose eingesandt werden, so das FLI. Für den Erregernachweis können sowohl mikroskopische, mikrobiologische als auch molekularbiologische Nachweismethoden zum Einsatz kommen.

Weitere Informationen zur Amerikanischen Faulbrut vom Friedrich-Loeffler-Institut inklusive Bildmaterial

Amerikanische Faulbrut | Friedrich-Loeffler-Institut

Steckbrief: Amerikanische Faulbrut (AFB)