Angiologie mit Potenzial: Eva Freisinger mit VCA-Award ausgezeichnet18. November 2022 Preisträgerin Eva Freisinger freut sich über den VCA-Award. Foto: privat Zukunft macht man heute – das ist auch das Motto der Vascular InterVentional Advances Foundation (VIVA). Jährlich verleiht sie gemeinsam mit dem deutschen Leipzig Interventional Course (LINC) den Vascular Career Advancement Award (VCA) an zwei Forscherinnen und Forscher mit dem Potenzial, der internationalen Gefäßmedizin in kommenden Jahren die Richtung zu weisen. Dieses Jahr geht der Preis auch nach Münster: PD Dr. Eva Freisinger, Ärztin und Wissenschaftlerin der Westfälischen Wilhelms-Universität, überzeugte die Fachgesellschaften der deutschen und amerikanischen Gefäßinterventionalisten vor allem mit ihren Arbeiten zur peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK). Als weiterer Preisträger wurde Dr. Eric Alexander Secemsky, Assistant Professor am Beth Israel Deaconess Medical Center, Boston/USA, ausgezeichnet. Freisinger, die als Oberärztin an der Uniklinik für Kardiologie I tätig ist, konzentriert sich wissenschaftlich besonders auf arterielle Gefäßerkrankungen. Um die Durchblutung bei einer pAVK wieder zu ermöglichen, werden die blockierten Arterien durch Kathetersysteme mit Stents oder kleinen Ballons „aufgeblasen“. Die medikamentöse Beschichtung solcher Devices stand lange im Verdacht, den Patienten langfristig zu schaden – zu Unrecht, wie eine groß angelegte, von Freisinger geleitete Sicherheitsstudie zeigen konnte, an der sich zudem die BARMER Krankenkasse beteiligte. Die Ergebnisse beeinflussten die Behandlungsmethoden auf internationaler Ebene nachhaltig und empfahlen die Privatdozentin für den VCA-Award. Der Preis hängt aber nicht an einer speziellen Publikation, sondern an dem akademischen Gesamtprofil, welches auf eine zukünftige Führungsrolle in der internationalen Angiologie hinweist. „In den letzten zehn Jahre habe ich zu verschiedenen Bereichen der Herz- und Gefäßmedizin in der Versorgungsforschung publiziert“, so die Oberärztin. Vergangenes Jahr erhielt sie etwa den Becht-Forschungspreis der deutschen Herzstiftung für eine Studie zur Gerinnungshemmung bei Erwachsenen mit angeborenem Herzfehler. Besonders wichtig ist Freisinger auch die Genderforschung: „Bei der Behandlung von Herz- und Gefäßerkrankungen sind Unterschiede zwischen Männern und Frauen bisher nicht ausreichend untersucht worden“, stellt sie fest. Um diese offenzulegen und die individuelle Patientenversorgung zu optimieren, fördert der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschuss derzeit mit rund zwei Millionen Euro das – deutschlandweit einzigartige – Projekt „GenderVasc“ unter der Leitung Freisingers. „Nicht nur dort, sondern insgesamt ist in der Gefäßmedizin noch viel zu tun, um die Versorgung der Patienten zu verbessern: zahlreiche Amputationen in Deutschland wären immer noch vermeidbar, wenn leitliniengerechte Behandlungsmaßnahmen besser ausgeschöpft würden“, betont die Preisträgerin – und richtet ihr persönliches Ziel an diesen Defiziten aus: „Ich hoffe, dass unsere Studienergebnisse auch künftig dazu beitragen werden, die klinischen Prognosen unserer Patientinnen und Patienten zu optimieren.“
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