ANIM 2026: Irreversibler Hirnfunktionsausfall und Organspende im Fokus23. März 2026 Auf der ANIM 2026 in Dortmund (v. l.): Leiterin des Symposiums Hirnfunktionsausfall und Organspende Katja Wartenberg, und DGNI-Präsident Matthias Klein. (Foto: ©Helge Schubert/conventus) Der irreversible Hirnfunktionsausfall und seine Bedeutung im medizinisch ethischen Prozess der Organspende in Deutschland war ein Fokusthema der 40. Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin ANIM 2026 in Dortmund. Ein Bericht der DGNI. Die Diagnostik des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls ist ein zentraler Bestandteil der Intensivmedizin. Die Deutsche Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) verfolgte auch im Rahmen ihres Jahreskongresses 2026 das Ziel, durch evidenzbasierte Abläufe, strukturierte Entscheidungsprozesse und qualitätsgesicherte Standards ein Höchstmaß an diagnostischer Sicherheit und Transparenz zu gewährleisten. Insbesondere der DGNI-Leitfaden auf essenzielle Fragen – von spinalen Reflexen über Richtwerte für Sedativa bis hin zum Nachweis zerebraler Perfusionsausfälle – wurde breit diskutiert. Internationaler und interdisziplinärer Austausch Ein besonderer Höhepunkt war das von Dr. Svitlana Ziganshyna und Dr. Katja Wartenberg geleitete Symposium „Brain Death and Organ Donation“, das internationale Perspektiven aus den USA, den Vereinigten Arabischen Emiraten und aktuelle rechtliche Herausforderungen zusammenführte. Seit 2019 verantwortet Ziganshyna am Universitätsklinikum Leipzig den Aufbau einer Stabsstelle für Organspende, die maßgeblich zur Optimierung von Abläufen, Kommunikation und Qualität im Organspendeprozess beigetragen hat. Ziganshyna betonte den hohen Wert des interdisziplinären Austauschs: „Die ANIM schafft einen einzigartigen Raum, in dem hochspezialisierte neurointensivmedizinische Expertise, ethische Fragestellungen und rechtliche Rahmenbedingungen zusammengeführt werden. Gerade für die Organspende ist dieser interdisziplinäre Austausch entscheidend, da die Qualität der Diagnostik des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls und die Sicherheit der klinischen Entscheidungsprozesse die Grundlage für Vertrauen, Transparenz und Akzeptanz bilden.“ Ausblick auf kommende Entwicklungen Mit Blick auf die kommenden Jahre erwartet Ziganshyna tiefgreifende Entwicklungen: „Wir werden eine stärkere Standardisierung und Digitalisierung der diagnostischen Prozesse sehen, begleitet von klareren klinischen Entscheidungspfaden. Parallel gewinnt die strukturierte, frühzeitige und multiprofessionelle Kommunikation mit Angehörigen weiter an Bedeutung. In der Spenderidentifikation wird sich der Fokus weniger auf einzelne Kennzahlen, sondern stärker auf Prozessqualität, Verlässlichkeit und interprofessionelle Zusammenarbeit verschieben.“ Auch in der Diagnostik selbst hat sich viel bewegt – und ein dynamischer Fortschritt hält an: „In den vergangenen Jahren wurden insbesondere die diagnostischen Standards weiter präzisiert, Zusatzverfahren klarer eingeordnet und Fortbildungsstrukturen ausgebaut. Der nächste Schritt liegt in der konsequenten Umsetzung dieser Standards im klinischen Alltag, unterstützt durch strukturierte Schulungskonzepte, Simulationstrainings und eine stärkere Verankerung der Diagnostik des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls als Kernkompetenz der Neurointensivmedizin.“ ANIM 2027 in Berlin Neben den Schwerpunkten zur Hirnfunktionsausfalldiagnostik bot der Kongress ein breites wissenschaftliches Programm. So wurden in 21 interdisziplinären Symposien aktuelle Entwicklungen der Neurointensiv- und Notfallmedizin behandelt. Es wurden vier ärztliche Workshops angeboten – darunter Simulationen zur Diagnostik des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls, Atemwegsmanagement sowie hämodynamisches Monitoring und Therapie. Drei Pflegeworkshops beinhalteten die Themen Monitoring in der Neurointensivpflege, Social Media in der Pflege und Crew Ressource Management. Die gelungene interprofessionelle Zusammenarbeit wird fortgesetzt bei der nächsten Jahrestagung der DGNI. Die ANIM 2027 findet vom 21. bis 23. Januar 2027 in Berlin statt.
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