Anpassungsfähige Individuen: Einzelne Störche folgen dem Wetter, Storchpopulationen dem Klima25. September 2020 Weißstörche im Feld. (Foto: © Guillermo Fandos-Guzman) Einzelne Zugvögel folgen eher den kurzfristigen Wetterbedingungen, während eine ganze Population ihre Wanderbewegungen eher jahreszeitenabhängig sowohl an die Wetter- als auch an die langfristigen Klimabedingungen anpasst. Das hat ein Team von Forschenden aus Deutschland und Israel um den Potsdamer Biologen Guillermo Fandos-Guzman herausgefunden. Dafür haben sie die Wanderung von Weißstörchen über Jahre hinweg mithilfe von GPS-Ortung verfolgt. Viele Zugvögel unternehmen lange Reisen zwischen verschiedenen Kontinenten, um das ganze Jahr über ähnliche Umweltbedingungen vorzufinden. Die Vögel richten sich in ihren Wanderbewegungen nach ähnlichen Lebensräumen und verfolgen damit eine Strategie der saisonalen Nischen. Bisher war unklar, ob ein solches Nischen-Tracking direkte Folge individuellen Verhaltens ist oder nur auf Populationsebene auftritt, d.h. in einer Gruppe von Vögeln, die ein bestimmtes geografisches Gebiet bewohnen und die über mehrere Generationen genetisch miteinander verbunden sind. Mit hochpräzisen GPS-Geräten verfolgte das Team mehrere Jahre lang eine große Anzahl von Weißstörchen, die innerhalb Europas und zwischen Europa und Afrika unterwegs waren. Diese Technologie ermöglichte es, saisonales Nischen-Tracking aufgrund des Wetters – also kurzfristigen Veränderungen in der Atmosphäre – sowie infolge des Klimas – langfristigen Umweltbedingungen – zu quantifizieren. So konnten die verschiedenen räumlich-zeitlichen Skalen, auf denen ökologische Prozesse ablaufen, berücksichtigt werden. Dabei zeigte sich, dass Weißstorch-Individuen jahreszeitenabhängig dem Wetter, aber nicht dem Klima folgen, während eine ganze Weißstorch-Population beides tut. Insgesamt unterstreichen die Ergebnisse, dass sich ökologische Prozesse und Verhalten zwischen verschiedenen Organisationsebenen stark unterscheiden können. Zu verstehen, wie wandernde Individuen, Populationen und Arten auf jahreszeitlich bedingte Umweltveränderungen reagieren, ist von entscheidender Bedeutung, um mögliche Auswirkungen globaler Veränderungen vorherzusagen. Die Forschungsarbeiten wurden im Rahmen des von der der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Emmy-Noether-Projekts BIOPIC durchgeführt, das von Damaris Zurell, Professorin für Ökologie und Makroökologie und Co-Autorin der Studie, geleitet wird. Die Datenreihen stammen aus einer früheren Deutsch-Israelischen Projektkooperation (DIP) der DFG zu lebenslangen Bewegungsmustern und Kondition von Langstreckenzugvögeln, welches von Prof. Jeltsch an der Universität Potsdam gemeinsam mit Partnern aus Konstanz und Israel durchgeführt wurde.
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