Statement der Bundestierärztekammer zur GOT20. April 2026 Ein hoher medizinischer Standard in der Tierarztpraxis erfordert die Anschaffung von technischem Equipment und schraubt die Personalkosten in die Höhe. (Symbolbild) Foto: © 24K-Production – stock.adobe.com Die durch die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) verbindlichen Gebühren sichern Qualität, Transparenz und Versorgung von Tieren und schützen somit vor allem auch die Tierhaltenden, wie die Bundestierärztekammer (BTK) in einer aktuellen Mitteilung darlegt. Mit Blick auf die anstehende Evaluation der Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) und aufgrund von kritischen Stimmen aus dem Pferdesektor warnt die Bundestierärztekammer (BTK) davor, die Debatte auf vermeintlich „zu hohe Tierarztrechnungen“ zu verengen. Wer die GOT substanziell schwächen oder gar abschaffen will, verkenne ihre zentrale Funktion: Die GOT schützt vor allem Tierhaltende. Sie schaffe Transparenz, setze verbindliche Ober- und Untergrenzen und trage dazu bei, eine flächendeckende tierärztliche Versorgung in Stadt und Land zu sichern. Abschaffung der GOT würde zu weniger Schutz führen Eine Abschaffung würde daher nicht zu mehr Fairness führen, sondern zu weniger Verlässlichkeit und weniger Schutz. In vielen europäischen Nachbarländern wird angesichts stark steigender Tierarztkosten, insbesondere im Notdienst, mit großem Interesse auf die Vorteile einer Gebührenordnung mit festgelegter Obergrenze geblickt. Zugleich sorgt die GOT dafür, dass tierärztliche Leistungen wirtschaftlich erbracht werden können. Die Novellierung im Jahr 2022 sei nach mehr als zwei Jahrzehnten ohne grundlegende Anpassung überfällig gewesen, so die BTK. Grundlage war eine wissenschaftliche Bewertung der tierärztlichen Leistungen im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (heute Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat). Sie zeigte, dass die bis dahin geltenden Gebühren nicht ausreichten, um tierärztliche Leistungen kostendeckend abzubilden. Selbst die damalige Anpassung sei noch maßvoll ausgefallen, wie die BTK schreibt. Steigende Kosten etwa für Personal, Verwaltung und Dokumentation, Energie, Versicherungen, medizinische Geräte und Entsorgung waren dabei noch nicht vollständig berücksichtigt. Flächendeckende Versorgungssicherheit gewährleisten „Die GOT ist kein Instrument zur Benachteiligung von Tierhaltenden, sondern ein Schutzmechanismus für Qualität, Transparenz und Versorgungssicherheit“, erklärt BTK-Präsident Ltd. VD Dr. Holger Vogel. „Wer die Gebührenordnung abschaffen will, riskiert am Ende genau das Gegenteil dessen, was Tierhaltende brauchen: unübersichtliche Preise, wachsenden wirtschaftlichen Druck auf Praxen, eine schlechtere Versorgung – insbesondere in ländlichen Regionen und im Notdienst – und langfristig sogar höhere Kosten für die Tierhaltenden selbst.“ Eine angemessene Vergütung ist Voraussetzung dafür, dass Tierarztpraxen qualifiziertes Personal beschäftigen, Mitarbeitende leistungsgerecht bezahlen, in moderne Diagnostik investieren und Behandlungen mit der gebotenen Sorgfalt durchführen können. Das dient unmittelbar dem Tierwohl. GOT sachgerecht weiterentwickeln Schon heute sei es vielerorts schwierig, Notdienste aufrechtzuerhalten und ausreichend Fachpersonal zu finden, macht die BTK deutlich. Gerade im Notdienst zeige sich, wie wichtig ein belastbarer Gebührenrahmen ist. Notfallversorgung bedeutet Personalvorhaltung zu Nacht- und Wochenendzeiten, hohe organisatorische Belastungen und zusätzliche Kosten. Trotz der in der GOT vorgesehenen Zuschläge sei dieser Bereich für viele Praxen wirtschaftlich kaum rentabel. Würde der finanzielle Druck weiter erhöht, drohen reduzierte Dienstbereitschaften, weniger klinische Angebote und längere Wege im Ernstfall. Die BTK spricht sich dafür aus, die Gebührenordnung im Zuge der Evaluation sachgerecht weiterzuentwickeln, nicht aber ihren Kern infrage zu stellen. Dazu gehört auch eine regelmäßige, idealerweise jährliche Anpassung der Gebührenhöhe. Denn planbare, schrittweise Anpassungen schützen Tierhaltende besser als sprunghafte Erhöhungen nach langen Zeiträumen: Kosten werden dadurch berechenbarer. Tierhaltende brauchen keine Abschaffung der GOT, sondern eine nachvollziehbare, qualitativ hochwertige und auch künftig flächendeckende tierärztliche Versorgung.
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