Antibiotika erhöhen das Risiko für ein Reizdarmsyndrom3. Mai 2024 © Farknot Architect – stock.adobe.com (Symbolbild) Das Mikrobiom spielt eine wichtige Rolle bei der Pathophysiologie des Reizdarmsyndroms (RDS). Der Einsatz von Antibiotika kann die Ökologie des Darmmikrobioms jedoch grundlegend verändern. Forschende aus Schweden und den USA untersuchten daher nun den Zusammenhang zwischen Antibiotikagebrauch und RDS in einer großen bevölkerungsbasierten Fall-Kontroll-Studie. Hierzu wurden prospektiv erhobene Daten von 29.111 erwachsenen Patienten, bei denen zwischen 2007 und 2016 in Schweden ein RDS diagnostiziert wurde, mit 135.172 Kontrollpersonen abgeglichen. Anhand einer umfassenden Histopathologie-Kohorte, des schwedischen Patienten- und Arzneimittelregisters, wurden alle konsekutiven RDS-Fälle identifiziert, zusätzlich zu den kumulativen Antibiotikaverordnungen, die ≤1 Jahr vor dem Auftreten des RDS (Ausschlusszeitraum) für die Fälle und zum Zeitpunkt des Matchings für maximal je 5 Kontrollen aus der Allgemeinbevölkerung zusammengetragen wurden. Der Abgleich erfolgte jeweils nach Alter, Geschlecht, Land und Kalenderjahr und die multivariablen adjustierten OR für das RDS-Risiko wurden durch bedingte logistische Regression geschätzt. Bei Patienten mit RDS (n=29.111) war die Wahrscheinlichkeit höher als bei gematchten Kontrollpersonen (n=135.172), dass sie bis zu 1 Jahr vor der Diagnose Antibiotika eingenommen hatten (74,9 vs. 57,8%). Nach einer multivariablen Adjustierung führte dies zu einer >2-fach erhöhten Wahrscheinlichkeit für ein RDS (OR 2,21; 95%-KI 2,14–2,28), die sich nicht nach Alter, Geschlecht, Jahr der Diagnose oder RDS-Subtyp unterschied. Im Vergleich zu Fällen ohne eine Antibiotikagabe waren 1–2 (OR 1,67; 95%-KI 1,61–1,73) und ≥3 Antibiotikaeinnahmen (OR 3,36; 95%-KI 3,24–3,49) unabhängig von der Antibiotikaklasse mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für ein RDS assoziiert (pTrend <0,001). Fazit Eine frühere Einnahme von Antibiotika korreliert mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit, ein RDS zu entwickeln, wobei das Risiko bei Personen mit mehreren Antibiotikaeinnahmen am höchsten war. (bi) Autoren: Staller K et al. Korrespondenz: Kyle Staller; [email protected] Studie: Antibiotic use as a risk factor for irritable bowel syndrome: Results from a nationwide, case-control study Quelle: Aliment Pharmacol Ther 2023;58(11-12):1175–1184 Web: https://doi.org/10.1111/apt.17736
Mehr erfahren zu: "Aktualisiert: S3-Leitlinie Palliativmedizin bei nicht heilbarer Krebserkrankung" Aktualisiert: S3-Leitlinie Palliativmedizin bei nicht heilbarer Krebserkrankung Die S3-Leitlinie „Palliativmedizin für Patient*innen mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung“ wurde umfassend aktualisiert. Neu hinzugekommen sind Kapitel zur Angehörigenbetreuung und Spiritualität.
Mehr erfahren zu: "G-BA offen für Erstattung für Abnehmspritzen" G-BA offen für Erstattung für Abnehmspritzen Der Gemeinsame Bundesausschuss entscheidet, welche Leistungen gesetzlich Krankenversicherte bezahlt bekommen. Seine neue Chefin Sonja Optendrenk ist offen für eine Diskussion über die Erstattung von Kosten für Abnehmspritzen.
Mehr erfahren zu: "Herbstgrasmilben plagen derzeit Mensch und Tier – massiver Juckreiz inklusive" Herbstgrasmilben plagen derzeit Mensch und Tier – massiver Juckreiz inklusive Viele kleine Tierchen sind in den Sommermonaten unterwegs, die stechen oder beißen. Nicht ganz so bekannt sind Herbstgrasmilben. Doch sie können starken Juckreiz verursachen – bei Mensch und Tier. Hund […]