Herbstgrasmilben plagen derzeit Mensch und Tier – massiver Juckreiz inklusive3. August 2026 Herbstgrasmilbe (Symbolbild) Foto: Mi St – stock.adobe.com Viele kleine Tierchen sind in den Sommermonaten unterwegs, die stechen oder beißen. Nicht ganz so bekannt sind Herbstgrasmilben. Doch sie können starken Juckreiz verursachen – bei Mensch und Tier. Hund und Katze befallen die lästigen Tierchen häufig. Es juckt und krabbelt. Vor allem in den Sommermonaten sind viele kleine Plagegeister unterwegs, die stechen oder beißen. Mücken und Zecken sind vielen Menschen ein Begriff – nicht jedoch die Herbstgrasmilben, in den USA als Chiggers bekannt, in Großbritannien als Harvest Mite. Doch auch sie können die Ursache für rote Stellen und starken Juckreiz sein. Einige Fragen und Antworten im Überblick. Was sind Herbstgrasmilben? Herbstgrasmilben (Neotrombicula autumnalis), auch Erntemilben oder Herbstmilben genannt, gehören zur Gattung der Spinnentiere, sie sind also keine Insekten. Sie können etwa auf Wiesen, in Parks, in Gärten oder auf anderen Grünflachen vorkommen, wie Alex Christian erklärt. Er ist ehemaliger wissenschaftlicher Leiter der Sektion Arachnida am Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz und nun ehrenamtlicher Mitarbeiter der Einrichtung. Als Larven sind Herbstgrasmilben parasitisch, das heißt, sie suchen nach einem geeigneten Wirt. Das seien vor allem kleinere Säugetiere, könnten aber auch Menschen sein, so der Zoologe. Wenn sie fertig sind, lassen sie demnach vom Wirt los und gelangen wieder zurück auf die Erdoberfläche, um sich zum nächsten Stadium zu entwickeln. Als sogenannte Nymphen seien sie dann nicht mehr parasitisch, erläutert der Experte. Das heißt, für den Menschen treten sie dann nicht mehr in Erscheinung. Was sind die Auswirkungen? Anders als Mücken oder Zecken haben die Herbstgrasmilben kein Stechorgan. Stattdessen haken sie sich laut Christian mit ihren Mundwerkzeugen an der Haut fest und saugen daran. Dabei geben sie eine bestimmte Flüssigkeit ab, wodurch sie die oberste Hautschicht auflösen. Diese Substanzen wirken so, dass der Wirt – also entweder Mensch oder Tier – nichts von der Milbe spürt, während sie auf der Haut sitzen. „Erst wenn die weg sind und diese Substanzen fehlen, dann juckt es, und zwar ganz, ganz grauslich“, so Christian. Erkennbar sind die Stellen durch rötliche Quaddeln. Laut einer Sprecherin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) setzt der Juckreiz meist 12 bis 24 Stunden nach dem Biss ein und kann bis zu zwei Wochen anhalten. Häufig betroffene Stellen sind demnach Bereiche mit dünner, oft feuchter Haut wie Füße, Knöchel, Kniekehlen, Taille oder Achseln. Können sie Krankheiten übertragen? Nein. „Herbstgrasmilben übertragen keine Krankheiten wie Zecken, aber der Juckreiz ist oft extrem unangenehm“, sagte die Sprecherin des DRK. Die betroffenen Stellen sollten nicht aufgekratzt werden, da sie sich dadurch entzünden könnten. So empfiehlt das DRK, den Juckreiz etwa durch kühlende Umschläge, Antihistaminika-Gele oder kortisonhaltige Salben aus der Apotheke zu lindern. Wenn sich der Juckreiz länger als zwei Wochen hält oder verschlimmert oder es Anzeichen auf eine allergische Reaktionen wie große Bläschen oder Atemnot gibt, sollte man sich ärztlichen Rat einholen. Wie kann man sich schützen? Die Milbenlarven sind laut Christian ungefähr 0,25 Millimeter groß. Wenn sie sich vollgesogen haben, schwellen sie demnach an und können bis zu 0,7 Millimeter groß sein. Das heißt, Herbstgrasmilben sind für das menschliche Auge nur schwer erkennbar. Vor allem Menschen, die viel in der Natur unterwegs sind, können von Bissen der Herbstgrasmilbe betroffen sein. Wer sich im Freien aufhält, kann zum Schutz vor den Spinnentieren lange Kleidung sowie festes Schuhwerk tragen und die Hose in die Socken stecken, wie Christian rät. Deswegen sollte auch vermieden werden, barfuß über Wiesen zu gehen, so die DRK-Sprecherin. Nach Aufenthalten im Freien ist ihr zufolge neben einer Dusche zudem das Waschen der getragenen Kleidung bei 60 Grad ratsam, um die Milben zu entfernen. Was gilt für Tiere? Die Spinnentiere können auch bei Tieren einen Juckreiz auslösen. Vor allem bei Hunden merke man das in den Sommermonaten sehr stark, sagt Christiane Bärsch von der Bundestierärztekammer. Sie können an allen Körperteilen, die mit dem Gras Kontakt haben, von den Milben befallen werden – seien es Beine, Bauch oder auch die Schnauze. Für Tiere gebe es spezielle Schutzmittel, die die Parasiten vom Stechen abhalten sollen. „Man muss wirklich darauf achten, dass man da keine humanmedizinischen Sachen verwendet“, erklärt Bärsch. „Wir haben ja zum Beispiel einen anderen pH-Wert in der Haut als die Tiere – und das kann dann oft wirklich reizend wirken.“ Zudem empfiehlt die Tierärztin, nach einem Spaziergang alle Pfoten, den Bauch sowie die Leisten abzuspülen. Und wenn das Tier auffällig viel kratzt und an den betroffenen Stellen leckt, sollte man sich tierärztlichen Rat einholen. Wann sind sie unterwegs? Auch wenn sie Herbstgrasmilben oder nur Herbstmilben genannt werden, treten die Tierchen laut den Experten mit dem Beginn des Sommers auf. Ihre Hochzeit haben sie demnach im Juli und August. Wer mehr über die Herbstgrasmilbe und wie man seinen Hund gegen sie schützen kann, wissen möchte, findet bei ESCCAP weitere Informationen. Auch zur Katze hält ESCCAP Informationen bereit: Herbstgrasmilben bei der Katze | ESCCAP DEUTSCHLAND
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