Antibiotika: Frühe Exposition kann Immunfunktion bei Säuglingen beeinträchtigen

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Eine neue US-Studie zeigt, dass Antibiotika während der Schwangerschaft und im Säuglingsalter die Entwicklung des Immunsystems eines Säuglings beeinträchtigen können.

Die Studie des University of Rochester Medical Center, USA, verglich Mäuse-Jungtiere, welche den Antibiotika Ampicillin, Gentamicin und Vancomycin ausgesetzt waren, mit solchen, deren natürliche Darmbakterien erhalten blieben. Die neuen Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht.

Im Gesamtergebnis stellten die Wissenschaftler fest, dass Antibiotika-exponierte Mäuse-Jungtiere eine deutlich reduzierte Population schützender CD8+-T-Zellen in der Lunge aufwiesen. Diese Mäuse zeigten außerdem eine beeinträchtigte Fähigkeit zur Bildung geweberesidenter Gedächtniszellen, spezialisierter Immunzellen, die in der Lunge leben und einen schnellen Schutz vor einer erneuten Infektion bieten. Die Immundefizite blieben bis ins Erwachsenenalter bestehen, berichten die Forscher. Das deute auf dauerhafte Veränderungen der Immunentwicklung hin.

Anhand von Lungenproben aus der BRINDL-Biobank bestätigte das Team, dass bei Mäuse-Jungtieren, die Antibiotika ausgesetzt waren, ähnliche Immundefizite auftraten. Diese Jungtiere wiesen nicht nur weniger Gedächtnis-T-Zellen auf, sondern zeigten auch ähnliche Genexpressionsmuster wie ältere Erwachsene, die ebenfalls einem höheren Risiko für Atemwegsinfektionen ausgesetzt waren. Erhielten Antibiotika-exponierte Mäusen Inosin, stellte dies ihre Fähigkeit zur Entwicklung funktioneller Gedächtnis-T-Zellen und zur Bildung wirksamer Immunantworten weitgehend wieder her.

Gezielte Nahrungsergänzung als Therapie

Die Ergebnisse könnten zukünftige Forschungen zur Gestaltung von Interventionen – darunter Nahrungsergänzungsmittel, Metabolitentherapien oder mikrobiomunterstützende Strategien – beeinflussen, um Neugeborenen zu helfen, ein stärkeres Immungedächtnis zu entwickeln, ohne ausschließlich auf Antibiotika oder riskante Probiotika angewiesen zu sein, betont der Letztautor Hitesh Deshmukh. Die Studie unterstreiche zudem, wie wichtig es ist, den lebensrettenden Nutzen von Antibiotika mit einem sorgfältigen Umgang abzuwägen, insbesondere in sensiblen Phasen der Immunentwicklung.

(ri/BIERMANN)