Antibiotika in der HNO-Heilkunde rational einsetzen: Neue Leitlinien6. Mai 2026 Foto: Wasan/stock.adobe.com Antibiotika in der HNO-Heilkunde verantwortungsvoll einsetzen: Anlässlich der DGHNO-KHC-Jahresversammlung 2026 hob Prof. Bernhard Olzowy die Bedeutung aktueller Leitlinien für eine sichere und nachhaltige Antibiotikatherapie hervor. „Rund 85 Prozent aller Antibiotika werden in der ambulanten Versorgung eingesetzt – etwa die Hälfte davon entfällt auf typische HNO-Infektionen wie akute Tonsillopharyngitis, akute Rhinosinusitis oder akute Otitis media“, erklärt Olzowy. Diese Krankheitsbilder werden nicht nur von HNO-Ärztinnen und -Ärzten, sondern häufig auch von Hausärzten und Pädiatern behandelt. Umso wichtiger sei eine präzise Diagnostik als Grundlage für eine rationale Therapieentscheidung. Die HNO-Heilkunde verfüge über besondere diagnostische Möglichkeiten, die maßgeblich dazu beitragen können, unnötige Antibiotikagaben zu vermeiden. „Instrumente wie die Nasenendoskopie oder das Ohrmikroskop erlauben eine deutlich genauere Beurteilung entzündlicher Prozesse als rein symptomorientierte Ansätze“, betont Olzowy. Damit leiste das Fach einen wesentlichen Beitrag zur Eindämmung der Resistenzentwicklung. Aktuelle Leitlinien zu Antibiotikatherapie Mit gleich zwei neu erschienenen Leitlinien hat der Einsatz von Antibiotika in der HNO-Heilkunde 2025 eine aktualisierte wissenschaftliche Grundlage erhalten: die S3 Leitlinie zur perioperativen Antibiotikaprophylaxe sowie die S2k Leitlinie zur Antibiotikatherapie von HNO-Infektionen. Die zentrale Botschaft beider Leitlinien ist eindeutig: „Im Einzelfall sollten möglichst schmal wirksame Antibiotika eingesetzt werden – und zwar nicht länger als unbedingt notwendig“, so Olzowy. Aktuelle Studien zeigten, dass davon nicht nur die Allgemeinheit durch eine geringere Resistenzentwicklung profitiere, sondern auch die einzelnen Patientinnen und Patienten. „Wer auf unnötig breite oder zu lange Therapien verzichtet, schützt den Patienten zugleich vor vermeidbaren Nebenwirkungen.“ Antibiotika in der HNO-Heilkunde im Kongressprogramm Der steigenden Bedeutung rationaler Antibiotikatherapie trägt auch das wissenschaftliche Programm der kommenden Jahreshauptversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC) Rechnung. Sie setzt in diesem Jahr mit dem Motto „Faszination Kopf-Hals-Chirurgie“ den Themenschwerpunkt Kopf-Hals-Chirurgie, von Mikrochirurgie bis zu Tumoroperationen. Die HNO-Akademie widmet dem Thema Antibiotika in der HNO-Heilkunde einen dreistündigen Fortbildungskurs, der sich gezielt an klinisch tätige Ärztinnen und Ärzte richtet. Darüber hinaus wird die Sondersitzung der Arbeitsgemeinschaft Infektiologie aktuelle dynamische Entwicklungen beleuchten. Im Fokus stehen unter anderem das vermehrte Auftreten komplizierter bakterieller Infektionen nach der COVID 19 Pandemie sowie zeitliche Veränderungen von Antibiotikaresistenzen bei bakteriellen Erregern. „Nur durch kontinuierliche Fortbildung, leitliniengerechtes Handeln und eine kritische Reflexion des eigenen Verordnungsverhaltens können wir Antibiotika auch in Zukunft wirksam erhalten“, fasst Olzowy zusammen. Mehr zum Thema Antibiotikatherapie in der HNO-Praxis liefert eine aktuelle Studie zur Antibiotikatherapie bei akuter Sinusitis untersucht hat: Akute Sinusitis: Kein Vorteil für Kombination zweier Antibiotika
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