António Champalimaud Vision Award: Preis für Sehforschung verliehen17. September 2026 Botond Roska.Foto:©Ruy Ochoa Botond Roska, Professor an der Universität Basel, Schweiz, erhält zusammen mit José-Alain Sahel von der Universität Pittsburgh, USA, den António Champalimaud Vision Award 2026. Das gab die Universität Basel bekannt. Der Preis ist mit einer Million Euro dotiert und ist damit die weltweit höchstdotierte Auszeichnung im Bereich der Augenheilkunde. Gewürdigt werden Roskas und Sahels mehr als zwei Jahrzehnte währende Grundlagenforschung sowie translationale und klinische Forschung ausgezeichnet. Im Mittelpunkt steht dabei, die Mechanismen des Sehens besser zu verstehen und daraus neue Therapien gegen Sehverlust zu entwickeln. Neue Ansätze gegen Sehverlust Die Arbeit der beiden Forscher hat wesentlich dazu beigetragen, neue Ansätze zur Wiederherstellung der Sehfunktion zu entwickeln. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf optogenetischen Therapien. Ziel dieser Therapien ist es, noch erhaltene Zellen der Netzhaut lichtempfindlich zu machen, wenn die natürlichen Fotorezeptoren des Auges krankheitsbedingt verloren gegangen sind. Der Neurowissenschaftler Roska ist wissenschaftlicher Direktor am Instituts für Molekulare und Klinische Ophthalmologie Basel (IOB) und auch einer der Gründungsdirektoren des Instituts. Die Forschungseinrichtung wurde 2018 von der Universität Basel, dem Universitätsspital Basel und Novartis gegründet. Roskas Forschung hat zu einem tieferen Verständnis der Funktion der Netzhaut beigetragen. Außerdem hat sie neue Möglichkeiten für zellspezifische Therapien bei Netzhauterkrankungen eröffnet. Der Ophthalmologe Sahel ist klinischer Forscher und Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats am IOB. Er hat wegweisende Therapieansätze in den Bereichen Gentherapie, Neuroprotektion und Wiederherstellung des Sehvermögens entwickelt. Von der Grundlagenforschung zur Therapie In ihrer langjährigen Zusammenarbeit haben Roska und Sahel grundlegende Erkenntnisse über die neuronalen Schaltkreise der Netzhaut in neue therapeutische Strategien und klinische Forschung überführt. 2021 berichteten Roska, Sahel und ihre Forschungspartner in der Fachzeitschrift „Nature Medicine“, dass sich mit einem optogenetischen Ansatz bei einem blinden Patienten mit Retinitis pigmentosa ein Teil der Sehfunktion wiederherstellen ließ. „Ich fühle mich sehr geehrt, diesen renommierten Preis gemeinsam mit José-Alain Sahel zu erhalten“, so Roska. „Die Auszeichnung würdigt unsere langjährige Zusammenarbeit und ist vor allem eine große Unterstützung für unsere künftige Forschung. Sie gibt uns den Freiraum, weiterhin mutige Fragen zu stellen und neue Wege zur Wiederherstellung des Sehvermögens zu verfolgen.“ Das Preisgeld soll der weiteren Forschung von Roska und Sahel zugute kommen. Mit der Auszeichnung reihen sich die beiden Forscher in eine renommierte Gruppe von Preisträgerinnen und Preisträgern des António Champalimaud Vision Awards ein. Deren Arbeiten haben das Verständnis, die Prävention und die Behandlung von Blindheit und Sehbeeinträchtigungen grundlegend verändert.
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