Appendizitis: Globale Schätzung der Morbidität und Mortalität

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Eine Appendizitis ist ein häufiger chirurgischer Notfall von großer klinischer und wirtschaftlicher Bedeutung. Gerade ein besseres Verständnis dieser Herausforderungen ist sehr wichtig für die Bewertung aktuell notwendiger Anstrengungen und die Implementierung und Ausweitung von Interventionsmaßnahmen zur Verringerung negativer gesundheitlicher Folgen. Ziel einer globalen Studie war es daher nun, die globale, regionale und nationale Belastung durch Appendizitis nach Alter und Geschlecht für den Zeitraum von 1990−2021 umfassend zu beurteilen.

Ein internationales Forscherteam schätzte dafür die ursachenspezifischen Sterblichkeitsraten (CSMR) für eine Appendizitis anhand von Daten aus Melderegistern, aus dem Cause of Death Ensemble Model (CODEm) sowie demografischen Schätzungen, die aus der Global Burden of Diseases, Injuries, and Risk Factors Study (GBD) stammten. Alle Inzidenzdaten basierten auf Kennzahlen von Versicherungs­ansprüchen und stationären Entlassungen. Die Forschenden berechneten die verlorenen Lebensjahre (YLL). Darüber hinaus ermittelten sie die Lebensjahre mit Behinderung (YLD). Zur Schätzung der um Behinderungen bereinigten Lebensjahre (DALY) addierten die Wissenschaftler schließlich YLL und YLD.

Im Jahr 2021 lag die globale altersstandardisierte Sterblichkeitsrate für Appendizitis bei 0,358/100.000 Personen (95%-UI [Unsicherheitsintervall] 0,311−0,414). Die Werte dieser Rate reichten von 1,01 (95%-UI 0,895−1,13) in Zentral-Lateinamerika bis 0,054 (95%-UI 0,0464-0,0617) im einkommensstarken asiatisch-pazifischen Raum.

Im Jahr 2021 betrug die weltweite altersstandardisierte Appendizitis-Inzidenzrate 214/100.000 (95%-UI 174−274), was 17 Mio. (95%-UI 13,8−21,6) neuen Fällen entspricht. Am höchsten war die Inzidenzrate interessanterweise im wohlhabenden asiatisch-pazifischen Raum mit 364/100.000 (95%-UI 286−475) und am niedrigsten im westlichen Afrika südlich der Sahara mit 81,4/100.000 (95%-UI 63,9−109).

Die globalen altersstandardisierten Raten der Sterblichkeit, Inzidenz, YLL, YLD und DALY aufgrund von Appendizitis sind zwischen 1990 und 2021 stetig gesunken, wobei der stärkste Rückgang bei den Sterblichkeits- und YLL-Raten zu verzeichnen war. Die globale annualisierte Rate des DALY-Rückganges war bei Kindern <10 Jahren am größten. Obwohl die Sterblichkeitsraten aufgrund einer Appendizitis in allen Regionen sanken, gab es große regionale Unterschiede in der zeitlichen Entwicklung der Inzidenz. Trotz der stetigen Reduktion der globalen altersstandardisierten Inzidenzrate der Appendizitis zwischen 1990 und 2021 verzeichnete fast die Hälfte der GBD-Regionen einen Anstieg der altersstandardisierten Inzidenzrate um >10%.

Fazit
Schließlich sind bei der Verringerung der Gesamtbelastung durch Blinddarmentzündungen in allen Regionen langsame, aber viel­versprechende Fortschritte zu verzeichnen. Allerdings gibt es erhebliche geografische Unterschiede bei der Inzidenz und Mortalität. Der Zusammenhang zwischen diesen beiden Größen lässt darauf schließen, dass viele Menschen immer noch keinen Zugang zu einer hochwertigen Gesundheitsversorgung haben. Da die Häufigkeit von Blinddarmentzündungen in vielen Teilen der Welt zunimmt, sollten sich die einzelnen Länder auf eine recht­zeitige und hochwertige Diagnose und Behandlung vorbereiten. (je)

Autoren: Han H et al
Korrespondenz: M. Ashworth Dirac; [email protected]
Studie: Trends and levels of the global, regional, and national burden of appendicitis between 1990 and 2021: findings from the Global Burden of Disease Study 2021
Quelle: Lancet Gastroenterol Hepatol 2024;9(9):825–858.
Web: https://doi.org/10.1016/S2468-1253(24)00157-2