ASCO 2025: Sacituzumab Govitecan verlängert progressionsfreies Überleben beim PD-L1-positiven TNBC

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Sacituzumab Govitecan plus Pembrolizumab ermöglicht beim inoperablen, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten PD-L1-positiven triple-negativen Brustkrebs (TNBC) ein längeres progressionsfreies Überleben, verglichen mit Chemotherapie plus Pembrolizumab. Das belegen aktuelle Ergebnisse der Studie ASCENT-04/KEYNOTE-D19.

Die Studie wurde auf der Jahrestagung 2025 der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellt, die vom 30. Mai bis 3. Juni in Chicago stattgefunden hat.

Die Sicht der ASCO

„Diese Studie zeigt, dass Sacituzumab Govitecan in Kombination mit Pembrolizumab als Erstbehandlung für Patientinnen mit metastasiertem TNBC eine bessere Krankheitskontrolle und weniger Nebenwirkungen bietet als Chemotherapie plus Pembrolizumab. Diese Ergebnisse basieren auf der nachgewiesenen Wirksamkeit von Sacituzumab Govitecan allein im späteren Behandlungsverlauf. Sacituzumab Govitecan plus Pembrolizumab wird sich in diesem Setting wahrscheinlich zum neuen Erstlinienstandard entwickeln“, erklärte Dr. Jane Lowe Meisel, FASCO*, Co-Direktorin der Breast Medical Oncology, am Winship Cancer Institute der Emory University School of Medicine und ASCO-Expertin für Brustkrebs.

Bedarf an Optionen für die Erstlinie noch ungedeckt

„Ein erheblicher Anteil der Patientinnen mit metastasiertem triple-negativem Brustkrebs erhält aus verschiedenen Gründen, inkl. verschlechterter Gesundheitszustand oder Tod, keine über die Erstlinientherapie hinausgehende Behandlung. Dies verdeutlicht den ungedeckten Bedarf an Optionen für die Erstlinie“, erklärte die leitende Studienautorin Dr. Sara M. Tolaney vom Dana-Farber Cancer Institute in Boston, USA.

Die klinische Studie ASCENT-04/KEYNOTE-D19 untersuchte den Einsatz des Antikörper-Wirkstoff-Konjugats Sacituzumab Govitecan in Kombination mit Pembrolizumab als Erstlinientherapie für Patientinnen mit inoperablem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem PD-L1-positivem TNBC. Sacituzumab Govitecan zielt auf das Protein Trop-2 ab, das auf Tumorzellen vorkommt.

An der Studie nahmen 443 Patientinnen aus 26 Ländern teil. Die demografische Zusammensetzung der Teilnehmerinnen war in beiden Gruppen ausgewogen und entsprach den Merkmalen von Patientinnen mit metastasiertem TNBC. Die Patientinnen wurden randomisiert für Sacituzumab Govitecan und Pembrolizumab (n=221) oder Chemotherapie plus Pembrolizumab (n=222). Beide Behandlungen wurden bis zur Progression der bis zu einem Abbruch der Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen durchgeführt.

Die wichtigsten Ergebnisse aus ASCENT-04/KEYNOTE-D19

  • Nach einer medianen Nachbeobachtung von 14 Monaten betrug das PFS bei Patientinnen, die mit Sacituzumab Govitecan und Pembrolizumab behandelt wurden, 11,2 Monate vs. 7,8 in der Gruppe mit Chemotherapie und Pembrolizumab.
  • Patientinnen, die mit Sacituzumab Govitecan und Pembrolizumab behandelt wurden, hatten ein um 35 Prozent geringeres Risiko für eine Progression als jene, die mit Chemotherapie und Pembrolizumab behandelt wurden.
  • Die mediane Ansprechdauer betrug 16,5 Monate mit Sacituzumab-Govitecan plus Pembrolizumab-Arm vs. 9,2 mit Chemotherapie plus Pembrolizumab.

Die häufigsten Nebenwirkungen von Grad 3/4 im Sacituzumab-Govitecan- und Pembrolizumab-Arm waren Neutropenie (43%) und Diarrhoe (10%). Im Arm mit Chemotherapie plus Pembrolizumab waren die häufigsten Nebenwirkungen von Grad 3/4 Neutropenie (45%), Anämie (16%) und Thrombozytopenie (14%).

Das weitere Vorgehen

Die Forscher werden diese Patientinnen weiter beobachten, um besser zu verstehen, ob für die mit Sacituzumab-Govitecan und Pembrolizumab behandelten Patientinnen im Vergleich zur Kontrollgruppe ein Vorteil beim Gesamtüberleben besteht. Diese Wirkstoffkombination wird auch bei Patientinnen mit HER2-negativem metastasiertem Brustkrebs, TNBC im Frühstadium und HER2-negativem metastasierten Brustkrebs nach endokriner Therapie untersucht.

Die Studie ASCENT-04/KEYNOTE-D19 wurde von Gilead Sciences finanziert.

*Fellow of the American Society of Clinical Oncology